
Wien. Mihaela Ursuleasa war eine Ausnahmekünstlerin. Als Wunderkind tingelte sie in den 80er Jahren durch die Konzertsäle des hermetisch abgeschlossenen Rumänien Nicolae Ceauşescus, bevor ihr Claudio Abbado die Türe in den Westen öffnete, indem er der Zwölfjährigen ein Stipendium in Wien verschaffte. "Das war ein absoluter Glücksfall", erinnerte sich die Pianistin in einem Interview, das sie erst unlängst mit dem Autor dieser Zeilen führte.
Ihre belastende Wunderkindkarriere hat sie dankend an den Nagel gehängt. Stattdessen begann sie in Wien bei Heinz Medjimorec ein akademisches Musikstudium, auf das sie zeitlebens in großer Dankbarkeit zurückblicken sollte. Zur akademischen Pianistin wurde Ursuleasa jedoch nie - sie sei nun einmal jemand, der sich von der Musik emotional packen lassen wolle, erklärte sie.
Diese impulsive wie intuitive Art, sich Musik anzueignen, wurde zum Markenzeichen der Clara-Haskil-Preisträgerin. Dazu gehörte auch, dass sie in ebenso impulsiver Manier gern gegen den schnelllebigen Klassikbetrieb unserer Tage zu Gericht zog: "Oft hat das alles gar nichts mehr mit Kunst zu tun", ärgerte sie sich. Trotzdem unterzog sie sich zähneknirschend dem Unbill dieser Betriebslogik, denn sie wollte um jeden Preis ein Leben in und mit der Musik führen: Musizieren gehöre für sie zum Leben wie Essen und Trinken, sagte sie. Tiefe Empfindungen hegte sie für Schubert, zu Schumann erkannte sie geradezu eine "Seelenverwandtschaft". In ihrer Vorliebe für dieses komplexe, innerlich verästelte uvre zeigte sich die andere, höchst empfindsame Seite ihres Wesens.
Am Donnerstag ist die umtriebige Pianistin im Alter von 33 Jahren an den Folgen einer Hirnblutung in ihrer Wiener Wohnung verstorben; sie hinterlässt eine siebenjährige Tochter. Eine der verheißungsvollsten Stimmen im gegenwärtigen Musikleben ist viel zu früh verstummt.
Am Ende wird der Horst der Freischärler, die Schule, von ihnen selbst abgefackelt. Die Matratzen und Schulmöbel werdend um Norma und Pollione...weiter
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(eb) Alles entweder stromlinienförmig oder absichtsvoll-justament-anders, was die jungen Pianisten von sich geben? Ja, gewiss...
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