
Nürnberg. Wie hat Musik Ende des 18. Jahrhunderts wohl geklungen? Ein Tangentenflügel aus dem Jahr 1790, der bis vor drei Jahren unbemerkt im Gebäude einer historischen Druckerei in Sulzbach-Rosenberg in der Oberpfalz, 50 Kilometer östlich von Nürnberg, schlummerte, ermöglicht diese musikalische Zeitreise. Am Donnerstag ist das historisch bedeutsame und inzwischen restaurierte Musikinstrument der Öffentlichkeit vorgestellt worden.
Ende des 18. Jahrhunderts war der Tangentenflügel aus dem Hause der Regensburger Instrumentenbauer Franz Jakob Spath und Christoph Friedrich Schmahl ein weit verbreitetes Instrument, wie Restaurator Georg Ott erläuterte. Auch Mozart war Kunde in Regensburg. Inzwischen existieren weltweit nur noch etwa 20 Exemplare. Doch der Fund aus Sulzbach-Rosenberg sei besonders wertvoll, da an dem Instrument im Lauf der Jahre keinerlei Veränderungen vorgenommen worden waren. Viele andere alte Instrumente seien später von Klavierbauern überformt worden. "Deshalb stehen wir vor einem international bedeutsamen Fund", sagte Ott.
Holzstäbchen statt Hämmerchen
Die Räume der ehemaligen Druckerei J.E. von Seidel haben sich bereits im Jahr 2008 als wahre Schatztruhe erwiesen - denn damals wurde eine bislang unbekannte Bildergeschichte von Wilhelm Busch gefunden. Bei einem Tangentenflügel werden anders als beim Klavier keine Hämmerchen, sondern Holzstäbchen gegen die Saiten geschleudert.
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