• vom 02.10.2012, 16:17 Uhr

Klassik/Oper

Update: 02.10.2012, 17:44 Uhr
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Wiener Staatsoper

Die unverkennbare Handschrift des Altmeisters


Von Gerhard Kramer

Es ist staunenswert, wie frisch sich manche schon recht bejahrte Staatsopern-Inszenierungen erhalten. Jüngst erlebte Beethovens "Fidelio"seine 216. Aufführung "nach einer Regie" von Otto Schenk aus dem Jahre 1970. Doch im lebendigen Spiel der Protagonisten war nach wie vor die unverwechselbare Handschrift des Altmeisters zu verspüren, vom fast komödiantischen Beginn bis zu den zutiefst berührenden Momenten des zweiten Aktes. Da muss ein tüchtiger Abendspielleiter (Alexander Edtbauer) am Werk gewesen sein! Und auch das Bühnenbild von Günther Schneider-Siemssen hat nichts von seiner eindrucksvollen Bedrohlichkeit verloren.

Information

Oper
Fidelio
Von Ludwig van Beethoven
Peter Schneider (Dirigent)
Wiener Staatsoper
Wh.: 4. und 8. Oktober

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Glaubhaft und polternd
In diesem Rahmen gab es abermals einige Rollendebüts zur registrieren. Ricarda Merbeth war mit ihrem runden, sieghaft auftrumpfenden Sopran und ihrem sympathischen Spiel eine glaubhafte Leonore. Mit durchdringendem Tenor bewältigte Lance Ryan als Florestan tadellos seine große Arie; rollendeckend verkörperte Norbert Ernst den Jaquino, für die Marcelline zu schmal erwies sich hingegen der Sopran von Valentina Naforniþã. Lars Woldt war wieder ein mächtig polternder Rocco, Albert Dohmen ein prägnant attackierender Pizarro, Markus Eiche ein markant tönender Minister.

Peter Schneider am Pult konnte leider wiederholte Unschärfen des orchestralen Zusammenspiels nicht verhindern, steigerte aber den zweiten Akt zu gewaltiger dramatischer Wucht. Ein Sonderlob dem großartigen Männerchor (Thomas Lang).




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-02 16:24:09
Letzte Änderung am 2012-10-02 17:44:14


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