Müßig, über Jean-Louis Martinotys bestimmt intelligente, leicht chaotische, im großen Haus am Ring wenig begeisternde Neuinszenierung der "Nozze di Figaro" zu diskutieren. Dieser Staatsopernabend wurde dank der rundum neuen, frischen Besetzung zum Erlebnis. Vor der Bühne verwirklichte Dirigent Jérémie Rhorer seine spritzigen Ideen mit dem gut disponierten Orchester. Die ersten beiden Akte ging er sehr humoristisch an und verwirklichte seine rasanten Tempovorstellungen bisweilen auf KostenderEinsätze,diezweiteHälfte verschrieb er endlich der Lyrik.
Auf der Bühne bot Markus Werba erstmals den Figaro. Und was für einen. Herrlich intrigant, stimmlich souverän konnte er seiner frechen, ebenfalls debütierenden Susanna das Wasser reichen. Eigentlich schlimm, dass die schwedische Starsopranistin Miah Persson erst jetzt am Ring die Rolle der klugen Frau aus dem Volk übernahm. In ihrem Gesang war kein Deut Forcierung zu erleben, mit immenser Leichtigkeit ließ sie jeden Moment genießen. Weitere erfolgreiche Debüts: Die Rolle der noch immer liebenden Contessa scheint Olga Beszmertna auf den Leib geschnitten, ihr Graf Pietro Spagnoli beherrschte die Szene mit angenehmem Timbre. Ebenso neu und gut waren Lena Belkina (vorsichtiger Cherubino), Monika Bohinec (köstliche Marcellina), Hausdebütantin Viktória Varga (schnippische Barbarina). Ja, hier gelang das Experiment Mozart - dank der guten Einstudierung und szenisch beherzten Umsetzens.
Oper
Nozze di Figaro
Wiener Staatsoper
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