• vom 19.10.2012, 16:39 Uhr

Klassik/Oper

Update: 19.10.2012, 16:53 Uhr
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Der Geiger David Garrett über "seriöse" Crossover-Produktionen und einen rockigen Beethoven

"Meine Heimat ist die Klassik!"


Von Christoph Irrgeher

  • Crossover nützt der Klassik, denkt Garrett - auch in vereinfachter Form.

Stradivari, hautnah: Auch Freikörperkultur gehört zur Kunst David Garretts. - © Universal

Stradivari, hautnah: Auch Freikörperkultur gehört zur Kunst David Garretts. © Universal

Wien. Die Visagistin wartet schon. Die Journalisten tun’s auch, trotz penibler Terminvereinbarung. Aber irgendwann schlendert dann doch ein großgewachsener Jüngling den engen Hotelgang entlang: In der Tat, David Garrett - mit Schlabberhose und Mütze betont casual anzusehen.

Die Visagistin huscht trotzdem rasch ins Zimmer. Und dann sitzt man selbst drin und sagt unwillkürlich Du zu dem 32-jährigen Konzerthallenfüller, den die Welt für sein fluffiges Haupthaar, die Bohemien-Bartstoppeln und die körperbetonte Garderobe kennt - und natürlich für seine Virtuosität an der Geige. Die hat sich der Deutsche bereits erarbeitet, als ihn seine Eltern zum Wunderkind des Klassikbetriebs trimmten. Heute geigt er sich auf "Music" (Universal) quer durch einen effektoptimierten Gemüsegarten - von Beethoven-Bombast bis zum Coldplay-Ohrwurm.

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*****

"Wiener Zeitung": Deine Karriere könnte man wie eine doppelte Selbstbefreiung sehen - von den Zwängen der Eltern, der Klassik . . .

Ein Stück weit gebe ich dir recht. Aber das mit der Klassik würde ich nicht unterschreiben. Die Klassik gibt mir die Möglichkeit, meine Crossover-Projekte gut und seriös zu machen. Crossover hat für mich nur dann Sinn, wenn ich ein musikalisches Zuhause habe. Und das ist für mich immer die Klassik gewesen. Sicher: Es gab eine Zeit, gerade als ich nach New York gezogen bin (ab 2001 studierte Garrett an der Juilliard School, Anm.), da wollte ich die Zwänge des Elternhauses loswerden. Dort war ein Druck aufgebaut worden, von dem ich mich lösen musste.

Wie ist das Verhältnis zu den Eltern heute?

Es hat sich normalisiert. Früher, in meiner Jugend, waren wir so viele Jahre auf engstem Raum . . .

Inwiefern eng?

Mein Vater hat sich die Zeit wunderbar einteilen können, um jeden Tag sehr viel Zeit mit mir zu verbringen . . .

. . . und zu üben.

Es war nicht immer angenehm.

Du spielst trotz deiner Crossover-Erfolge weiterhin Klassik. Worauf verwendest du mehr Zeit?

Es hält sich die Waage. Es wird nur eben mehr berichtet, wenn ich in der Stadthalle spiele und nicht im klassischen Konzerthaus.




Schlagwörter

David Garrett, Crossover

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-19 16:44:07
Letzte Änderung am 2012-10-19 16:53:51


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