Wien. Die Visagistin wartet schon. Die Journalisten tuns auch, trotz penibler Terminvereinbarung. Aber irgendwann schlendert dann doch ein großgewachsener Jüngling den engen Hotelgang entlang: In der Tat, David Garrett - mit Schlabberhose und Mütze betont casual anzusehen.
Die Visagistin huscht trotzdem rasch ins Zimmer. Und dann sitzt man selbst drin und sagt unwillkürlich Du zu dem 32-jährigen Konzerthallenfüller, den die Welt für sein fluffiges Haupthaar, die Bohemien-Bartstoppeln und die körperbetonte Garderobe kennt - und natürlich für seine Virtuosität an der Geige. Die hat sich der Deutsche bereits erarbeitet, als ihn seine Eltern zum Wunderkind des Klassikbetriebs trimmten. Heute geigt er sich auf "Music" (Universal) quer durch einen effektoptimierten Gemüsegarten - von Beethoven-Bombast bis zum Coldplay-Ohrwurm.
Ein Stück weit gebe ich dir recht. Aber das mit der Klassik würde ich nicht unterschreiben. Die Klassik gibt mir die Möglichkeit, meine Crossover-Projekte gut und seriös zu machen. Crossover hat für mich nur dann Sinn, wenn ich ein musikalisches Zuhause habe. Und das ist für mich immer die Klassik gewesen. Sicher: Es gab eine Zeit, gerade als ich nach New York gezogen bin (ab 2001 studierte Garrett an der Juilliard School, Anm.), da wollte ich die Zwänge des Elternhauses loswerden. Dort war ein Druck aufgebaut worden, von dem ich mich lösen musste.
Wie ist das Verhältnis zu den Eltern heute?
Es hat sich normalisiert. Früher, in meiner Jugend, waren wir so viele Jahre auf engstem Raum . . .
Inwiefern eng?
Mein Vater hat sich die Zeit wunderbar einteilen können, um jeden Tag sehr viel Zeit mit mir zu verbringen . . .
. . . und zu üben.
Es war nicht immer angenehm.
Du spielst trotz deiner Crossover-Erfolge weiterhin Klassik. Worauf verwendest du mehr Zeit?
Es hält sich die Waage. Es wird nur eben mehr berichtet, wenn ich in der Stadthalle spiele und nicht im klassischen Konzerthaus.
Ein Entkommen gibt es nicht, schon gar nicht für Veranstalter: Ein jedes Opernhaus, so scheints, steht im 200...
weiter
Jonas Kaufmann bat vor seinem Liederabend im Wiener Konzerthaus für Verständnis: Nach seiner überstandenen Verkühlung sei sein Kreislauf noch...
weiter
Am Ende wird der Horst der Freischärler, die Schule, von ihnen selbst abgefackelt. Die Matratzen und Schulmöbel werdend um Norma und Pollione...
weiter
Ihre bis dato letzte neue Rolle präsentierte Sopranlegende Edita Gruberová in konzertanter Version im Wiener Musikverein...
weiter
(dawa) Ein heimisches Solodebüt. Der junge Bariton Klemens Sander, aus Oberösterreich stammend, aktuell in der Hauptstadt wirkend...
weiter
(dawa) 30 Jahre Originalklang mit dem Concilium musicum Wien, wenn das kein Grund zum Feiern ist. Kapellmeister, Komponist und Radiolegende Paul...
weiter
(eb) Alles entweder stromlinienförmig oder absichtsvoll-justament-anders, was die jungen Pianisten von sich geben? Ja, gewiss...
weiter