• vom 22.01.2013, 17:08 Uhr

Klassik/Oper

Update: 22.01.2013, 17:57 Uhr

Oper

Zerbrechliche Eleganz einer Grande Dame




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Von Daniel Wagner

  • Pique Dame in der Staatsoper

Nicht, dass Vera Nemirovas 2007 geschaffene Bilder zu "Pique Dame" epochal wären: Tschaikowski changiert an der Wiener Staatsoper zwischen Sowjetcharme und Wildwestdekadenz. Und die Besetzung der aktuellen Spielserie war zwar solide gewählt, hatte trotz zahlreicher Neubesetzungen aber kaum Überraschungen zu bieten: Marian Talabas Hermann konnte überzeugen (am Mittwoch soll Neil Shicoff die Rolle singen); die Publikumslieblinge Nadia Krasteva als bezaubernde Polina, Herwig Pecoraro, Caroline Wenborne oder Sorin Coliban sorgten für das heimelige Etwas.

Die Attraktion der Aufführung aber war eine Bühnenlegende: einmal auch als Nachgeborener Grace Bumbry live zu erleben, das ist jedenfalls einen Opernbesuch wert. Was für eine würdige Gräfin hatte da ihren Auftritt; Kenner wurden Bumbrys legendärer Eboli, Carmen oder Santuzza eingedenk. Das Alter (Jahrgang 1937) ist freilich nicht spurlos an der Sängerin vorübergegangen - wurde jedoch mit aller Würde gezeigt. Bumbry spielte nicht einfach: Die Grande Dame war mit einer zerbrechlichen Eleganz präsent.

Information

Oper
Pique Dame
Wiener Staatsoper (01/5131513)
Wh.: 23., 27. und 30. Jänner


Verve im Orchestergraben
Enkelin Lisa lag zum ersten Mal in den Händen der armenischen Sopranistin Hasmik Papian, die der Größe des Hauses mit schönem Timbre und vollem Volumen Rechnung trug. Tómas Tómassons Tomski reüssierte trocken und präzise, Eijiro Kai mimte noch steif den Fürsten Jeletzki. Hausdebütant des Abends: Der slowenische Dirigent Marko Letonja hielt das Ensemble ohne Raffinesse, doch bestens zusammen und ging die Partitur mit Verve an.




Schlagwörter

Oper, Staatsoper, Grace Bumbry

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2013-01-22 17:11:05
Letzte ńnderung am 2013-01-22 17:57:13



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