• vom 20.03.2014, 17:30 Uhr

Klassik/Oper

Update: 20.03.2014, 17:59 Uhr

Opernkritik

Fröhliches Tuberkeltreiben




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Daniel Wagner


    Amore: Maija Kovalevska schnäbelt mit Yosep Kangs.

    Amore: Maija Kovalevska schnäbelt mit Yosep Kangs.© STOP/Pöhn Amore: Maija Kovalevska schnäbelt mit Yosep Kangs.© STOP/Pöhn

    Dass Schwindsucht noch immer so viel Vergnügen bereiten kann. Puccinis Partitur zur "Bohème" verbreitet wirklich immer Freude. Dann noch in den ewig schönen Staatsopern-Bildern Franco Zeffirellis zu bewundern - aktuell ging der Fixstern am Repertoirehimmel im Haus am Ring zum frischen 406. Mal über die Bühne.


    Dann noch frischer, finnischer Dirigentenwind gemacht, und es war kein Ende des Staunens in Sicht. Noch besser: Vor lauter visueller und auditiver Effekthascherei (im positiven Sinn) blieb manch kritische Beschäftigung mit dem Ensemble gern auf der Strecke. Maija Kovalevska versah ihre Mimì mit dem unnachahmlichen Vibrato ihres beliebt kraftvollen Soprans - während die ersten Bilder noch ein wenig steif abliefen, waren gerade ihre Leidensszenen voller echter Gefühle.

    Wie wenig konnte Yosep Kangs Rodolfo mit seinem korrekten, fast geradlinigen Tenor diesem Leid entgegenhalten (zauberhaft eiskaltes Händchen).

    Fast familiär geriet das Wiedersehen mit Alessio Arduini (Schaunard), Jongmin Park (Colline) und natürlich dem großbürgerlichen Benoit von Publikumsliebling Alfred Sramek. Gewohnt energisch, quirlig, voller Witz gelang Valentina Nafornita ihre Musetta. Die dem authentischen Sängerhöhepunkt des Abends gut zu Gesichte stand: Adrian Eröd überzeugte in bester Kondition mit hörbar gereifter, lockerer Kehle als echt impulsiver Maler Marcello.

    Damit zum eigentlichen Aufputz der soliden Repertoirevorstellung: Am Pult des Staatsopernorchesters überzeugte der finnische Jungdirigent Mikko Franck. Mit jeder Menge Vehemenz versehen trieb er das Ensemble flott voran, pfiffige Tempi wechselten sich mit schön changierenden Stimmungswechseln ab. Franck feierte ein gelungenes Hausdebüt, man darf auf weitere Besuche in Wien gespannt sein.

    Oper

    La Bohème

    Von Giacomo Puccini

    Mikko Franck (Dirigent)

    Staatsoper




    Schlagwörter

    Opernkritik, La Boheme

    Leserkommentare




    Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


    captcha Absenden

    * Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


    Dokumenten Information
    Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
    Dokument erstellt am 2014-03-20 17:33:04
    Letzte Änderung am 2014-03-20 17:59:04



    Beliebte Inhalte

    Meistgelesen
    1. "Selbstfesselung der linken Parteien"
    2. Zerbricht der Westen?
    3. Puls-4-Reporter bei FPÖ-Wahlfeier geschlagen
    4. Size Zero in XXL - Sitzen geht nicht ohne Fleisch
    5. Die Seele der Dinge
    Meistkommentiert
    1. Das Hosentürl zum Ruhm
    2. Menasse gewinnt den Deutschen Buchpreis
    3. "Wo das große Geld ist, sind Frauen rar"
    4. Die Stadt der Bücherleser
    5. Je schwerer, desto leichter fällt es Barbara Hannigan

    Werbung




    Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.

    Während einer Protestveranstaltung gegen Polizeigewalt vor dem Police Department von Baton Rouge, Louisiana, USA, am 9. Juli 2016, stellt sich die Aktivistin Ieshia Evans den vorrückenden Polizisten entgegen und streckt ihre Hände aus, bereit, sich verhaften zu lassen. Georgeund Amal Clooney gehörte die Aufmerksamkeit am Wochenende. Die gemeinsamenZwillinge blieben jedoch daheim bei der Nanny.

    Matt Damon mit seiner Frau Luciana Barroso. "Downsizing", in dem Damon die Hauptrolle spielt, hat die 74. Festspiele von Venedig eröffnet. Der US-amerikanische Rapper Kendrick Lamar wurde sechsfach ausgezeichnet. Der wichtigste Preis: Sein Hit  "Humble" wurde zum Video des Jahres gewählt.


    Werbung


    Werbung