• vom 17.08.2015, 16:49 Uhr

Klassik/Oper

Update: 17.08.2015, 18:16 Uhr

Klassikkritik

Immer wieder erstklassig




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Von Stephan Burianek

  • Eröffnung des Grafenegg Festivals unter dem Wolkenturm.

Alle Jahre wieder startet Grafenegg mit Verve in seine Festivalsaison, wie auch jüngst, als ein kurzweiliger Mix aus Bekanntem und weniger oft Gehörtem in gewohnt hochkarätiger Besetzung zu erleben war. Nach der Präsentation der Festivalfanfare ("gemini calls"), die vom diesjährigen Composer in Residence Matthias Pintscher stammt und wie schon im vergangenen Jahr mehr Konversationscharakter als Signalfunktion hat, stand mit Sergej Prokofjews "Skythischer Suite" ein allgemein vernachlässigtes Werk auf dem Programm.

Obgleich es sein erklärtes Vorbild, Igor Strawinskis "Feuervogel", künstlerisch nicht ganz erreicht, liefert die Geschichte des Helden Lolly, der für die Interessen der guten Götter gegen die bösen sein Leben lässt, doch rund 20 Minuten farbenprächtige Musik. Und wenn Andrés Orozco-Estrada das werkbedingt riesig besetzte Tonkünstler-Orchester dirigiert, kommt man sowieso gern.

Information

Konzert
Tonkünstler Orchester NÖ Andrés Orozco-Estrada (Dirigent)


Der als Chefdirigent scheidende Kolumbianer stellte einmal mehr unter Beweis, in welchem herausragenden und spielfreudigen Zustand er diesen Klangkörper demnächst seinem Nachfolger Yutaka Sado übergeben wird. Er beendete das Lolly-Drama mit einem pompösen Sonnenaufgang.

Das Who’s who
der Klassikszene

Der zahlende Teil des an lokaler Prominenz reichen Eröffnungspublikums war vermutlich vorrangig wegen Carl Orffs "Carmina Burana" zur Freiluftbühne des Wolkenturms gepilgert - und wurde mit einer mustergültigen Interpretation belohnt: Der Wiener Singverein erfreute mit einer präzisen Diktion, die Wiener Sängerknaben unterstützten gewohnt solide, und die Solisten waren sowieso makellos: Michael Volles müheloser Bariton war eine einzige Wonne, Daniela Fally imponierte - in erfreulichen, anderen Umstände - mit einer perfekten Intonation, und der für Toby Spence eingesprungene Countertenor Dmitry Egorov gab einen soliden Schwan.

Auch das weitere Festival-Programm liest sich wie ein Who’s who der Klassikszene: Andris Nelsons bringt das Boston Symphony Orchestra (27. und 28. August), Intendant Rudolf Buchbinder spielt unter dem Taktstock von Vasily Petrenko (20. August), Anne-Sophie Mutter geigt mit eigenem Ensemble (30. August), Mezzosopranistin Elisabeth Kulman singt in Begleitung der Wiener Philharmoniker unter Semyon Bychkov (3. September), und Simon Rattle kommt mit seinen Berlinern (5. und 6. September). Und das ist nur eine Auswahl.




Schlagwörter

Klassikkritik, Grafenegg

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-08-17 16:53:08
Letzte ńnderung am 2015-08-17 18:16:21



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