• vom 01.12.2016, 15:48 Uhr

Klassik/Oper

Update: 01.12.2016, 16:19 Uhr

Wien Modern Kritik

Provisorische Antworten zum Festivalfinale




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Von Lena Dražić


    Die programmatischen Fragen "Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Und wo zum Teufel sind wir hier überhaupt?" wurden im Abschlusskonzert von Wien Modern noch einmal gestellt - mit Charles Ives’ "Unanswered Question", tastend zum Leben erweckt von den Wiener Symphonikern unter Ludovic Morlot. Attacca folgte die 5. Symphonie von Karl Schiske, dessen 100. Geburtstag das Konzert gewidmet war. Zeitlich zwischen der Wiener Schule und dem Aufbruchsgeist der Sechzigerjahre angesiedelt, steht Schiske auch stilistisch in einem Dazwischen. Seine 1965 entstandene Symphonie wirkt versiert, aber akademisch.

    Ein Eindruck, der sich an diesem Abend noch öfter einstellte. "Untitled No. 8" von James Clarke, als Auftragswerk von Wien Modern uraufgeführt, prägten die von Nicolas Hodges virtuos dargebotenen Figurationen des vierteltönig verstimmten Klaviers. Vielfältiger klang Olga Neuwirths "Trurliade" für Schlagwerk und Orchester. Die abrupte Abfolge differenzierter Klangbilder lässt Neuwirths Affinität zum Medium Film erahnen. Dieses bildet nur eine der intertextuell aufgerufen Inspirationsquellen, die komplexen Gedankengänge bleiben im haltstündigen Stück jedoch diffus. Akklamiert wurde die Leistung von Victor Hanna, der für den erkrankten Martin Grubinger eingesprungen war.

    Information

    Konzert
    Abschlusskonzert
    Wien Modern, Konzerthaus

    Mit Ravels "La Valse" klang das Festival heimelig aus. Auch wenn der Wiener Walzer hier dekonstruiert wird, klingt das heute doch eingängig und vor allem - bekannt. Die Antwort auf die Frage "Wo zum Teufel sind wir hier überhaupt?" könnte an diesem Abend also lauten: "daham".





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    Wien Modern Kritik

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    Dokumenten Information
    Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
    Dokument erstellt am 2016-12-01 15:53:09
    Letzte ─nderung am 2016-12-01 16:19:12



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    CHAMPIGNON, 1850, Sepia, Kohle, Fettstift, Gouache auf Papier, 47,4 x 60,8 cm, Maisons de Victor Hugo, Paris/Guernesey,

    Edvard Munch beschäftigte sich in zahlreichen Werken mit dem Thema Melancholie, die er bevorzugt als einsame Person am Strand darstellte. Ein riesiges Medieninteresse begleitete den kurzen Auftritt des österreichischen Hollywood-Exports Christoph Waltz bei seinem Besuch der Viennale.

    Viennale-Interimschef Franz Schwartz (links) mit dem Stargast der Eröffnung: Schauspieler John Carroll Lynch zeigte sein Regiedebüt "Lucky" als Eröffnungsfilm der Viennale. Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.


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