• vom 13.12.2016, 16:02 Uhr

Klassik/Oper

Update: 13.12.2016, 16:08 Uhr

Opernkritik

Die Wiederkehr des Mozart-Hotels




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Von Daniel Wagner

  • Blutrünstig gutes "Don Giovanni"-Revival im Theater an der Wien.

Wüstling liest Zeitung: Nathan Gunn als Giovanni.

Wüstling liest Zeitung: Nathan Gunn als Giovanni.© Kmetitsch Wüstling liest Zeitung: Nathan Gunn als Giovanni.© Kmetitsch

Vor zehn Jahren, im Mozartjahr 2006, läutete Keith Warners theatralisch einwandfreie "Don Giovanni"-Inszenierung (in der Wiener Fassung, ohne das Schluss-Sextett) die Ära des Theaters an der Wien als Opernbühne mit ein. Zum Jubiläum griff das Haus nun in die Wunderkiste und fand die filmreife Produktion höchst mottenfrei vor.

In der Ausstattung von Es Devlin findet sich das Geschehen rund um den zu bestrafenden Wüstling im Hotel des Lebens wieder: Auch bei der Wiederaufnahme wurde in Lobby, Lift und Hotelzimmern ausgelassen gelebt, der Lust gefrönt, gerächt und verdammt. Mit einer Mozart-Besetzung, die jedem großen Opernhaus zur Ehre gereicht, konnten Dirigent Ivor Bolton und das Mozarteumorchester Salzburg sich luxuriös ausleben; perfektes Zusammenspiel legte auch der Arnold Schoenberg Chor an den Tag.

Information

Oper
Don Giovanni
Theater an der Wien (01/58885)
Weitere Termine bis 31. Dezember

Allen voran galt es auf Solistenseite, einen Abend der Frauenpower zu feiern. Jane Archibald begeisterte als kraftvolle und wissende Donna Anna - ihr zur Seite wurde Saimir Pirgus strahlender Ottavio akklamiert. Jennifer Larmore war mit Donna Elvira die Rolle einer erkennenden Heldin auf den Leib geschrieben, die mit ihrer Stimmführung überzeugte; besonders herzlich gelang Mari Eriksmoen eine durch und durch starke Zerlina, die ihren Masetto (tolles Hausdebüt: Tareq Nazmi) selbstredend in der Tasche hatte.

Nathan Gunn trat als souveräner Titel-Unheld auf: Wirklich begeistern oder besser schockieren konnte er jedoch nicht. Zumindest nicht bis zum Schluss, der ihn als verblutendes Opfer des Komturs (fesselnd: Lars Woldt) oder besser seiner selbst darstellt. Dermaßen intensiv gelang die Blutorgie, dass der meisterhafte Leporello des Abends, Jonathan Lemalu, zum Schlussapplaus auf der Blutlache ausrutschte. Erschrockene Blicke, großer Applaus.





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Opernkritik

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Dokument erstellt am 2016-12-13 16:05:06
Letzte ńnderung am 2016-12-13 16:08:10



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