• vom 23.01.2017, 20:27 Uhr

Klassik/Oper

Update: 24.01.2017, 16:11 Uhr

Konzertkritik

Vereinzelte Verheißungen




  • Artikel
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Katharina Wappel

  • Eröffnung des "Resonanzen"-Festivals im Konzerthaus.

Schwungvoll kündigt sich der Ausflug in die "Freizeiten" und damit in das heurige Thema des Festivals "Resonanzen" an. Quasi aus dem Hinterhalt werden Alte-Musik-Freunde am Samstag von Bläserklängen überrascht, die vom Saalende aus majestätisch und gemächlich zur Bühne voranschreiten und dort von den Streichern erwartet werden, die freudig in die Melodie einstimmen. Ganz hinten (als Einziger übrigens, der nicht im Rhythmus marschiert) der Maestro des Amsterdam Baroque Orchestras, Ton Koopman. Ein erfrischender Auftakt. Koopman nimmt im Eröffnungsstück, "Vereinigte Zwietracht der wechselnden Saiten" von Johann Sebastian Bach, die Stellung am Cembalo ein und hält sich folglich gestalterisch zurück. Orchester, Chor und Solisten treten umso eleganter in den Vordergrund; Catalina Bertucci (Sopran) gibt erfolgreich ihr Debüt in der Rolle des Glücks.

In Telemanns "Musique de Table" (Tischmusik), die darauf folgt, verfällt man jedoch zunehmend ins Schema Hintergrundmusik. Das mag der Aufgabe des Stücks zwar gerecht werden. Bei einer konzertanten Aufführung aber hätte man in Sachen Dynamik und Differenzierung ruhig mehr herausholen dürfen. So bleibt der Eindruck eines recht monotonen Einheitsbreis, der bekömmlich gewesen wäre, hätte man sich dazu plaudernd an einem Tisch vergnügt.


Ein weiteres erfreuliches Debüt gab es an- und abschließend in Bachs "Streit zwischen Phoebus und Pan" vonseiten Andreas Wolfs, der mit warmem Timbre und großer Wendigkeit für leuchtende Glanzmomente sorgte - ein Eröffnungsabend mit vereinzelten Verheißungen.

Konzert

Amsterdam Baroque Orchestra

Festival bis zum 29. Jänner




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-01-23 16:14:03
Letzte nderung am 2017-01-24 16:11:03



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Die Ära des geilen Mannes
  2. "Selbstfesselung der linken Parteien"
  3. Die Seele der Dinge
  4. Schönheitskönigin
  5. Zerbricht der Westen?
Meistkommentiert
  1. Das Hosentürl zum Ruhm
  2. Menasse gewinnt den Deutschen Buchpreis
  3. Je schwerer, desto leichter fällt es Barbara Hannigan
  4. Interkontinental
  5. zeichen?

Werbung




Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.

Während einer Protestveranstaltung gegen Polizeigewalt vor dem Police Department von Baton Rouge, Louisiana, USA, am 9. Juli 2016, stellt sich die Aktivistin Ieshia Evans den vorrückenden Polizisten entgegen und streckt ihre Hände aus, bereit, sich verhaften zu lassen. Georgeund Amal Clooney gehörte die Aufmerksamkeit am Wochenende. Die gemeinsamenZwillinge blieben jedoch daheim bei der Nanny.

Matt Damon mit seiner Frau Luciana Barroso. "Downsizing", in dem Damon die Hauptrolle spielt, hat die 74. Festspiele von Venedig eröffnet. Der US-amerikanische Rapper Kendrick Lamar wurde sechsfach ausgezeichnet. Der wichtigste Preis: Sein Hit  "Humble" wurde zum Video des Jahres gewählt.


Werbung


Werbung