• vom 15.02.2017, 17:00 Uhr

Klassik/Oper

Update: 15.02.2017, 17:10 Uhr

Konzert

Atemlose Stille




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Von Daniel Wagner

  • Kirill Gerstein macht Liszt zum Erlebnis.

Selbstredend hatten es im Rahmen von Kirill Gersteins Personale im Konzerthaus die beiden Johanns in sich. Hier barocke Miniaturen: Johann Sebastian Bachs Duette BWV 802-805 sind affektreichere Momente der kontrapunktischen Zeit (Gerstein gab in den Stimmen viel sprechendes, tänzelndes, gefühlvolles Kontra). Dort romantischer Koloss: Johannes Brahms‘ herausfordernde fis-Moll Sonate op. 2 wurde zu einem expressiven Höhepunkt ohne die ihm oft nachgesagte, norddeutsche Sprödheit. Nicht spröde, aber schlicht und nüchtern, lautete die Devise. Gerade dieser nüchterne Anschlag des Pianisten ermöglichte einen Rundumblick in die Stimmenvielfalt des Werkes.

Nach der Pause kam Franz Liszt. Und wie. In genau dieser klaren, schlichten Sprache legte Gerstein die Virtuosenmusik an und machte dem Namen als vorbildlicher Interpret des Neudeutschen alle Ehre. Die "Etudes d’éxécution transcendante" sind für sich bereits einer der Vorzeigezyklen am Weg der Metamorphose Liszts. Bei dem komplexen Werdegang des Virtuosen hin zum aussagekräftigen Programmatiker bleiben auch beim Konzertpublikum Fragen offen. Liszt, der fremde Freund? Nicht in dieser Interpretation, die die Leuchtkraft des Zyklus präsent machte.

Information

Konzert

Kirill Gerstein (Klavier)

Konzerthaus

Bereits in der "Paysage" blickte der späte, spirituelle Liszt durch, "Mazeppa" erzählte von dem schaurig fesselnden Kosakenaufstand, und das winterliche Treiben "Chasse-neige" ließ in die gar nicht mehr fremden Klangwelten eintauchen. Nachdenkliche Stille durchzog den Saal: Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis der dankbare Jubel einsetzte.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-02-15 17:05:03
Letzte Änderung am 2017-02-15 17:10:09



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