• vom 17.02.2017, 16:18 Uhr

Klassik/Oper

Update: 23.02.2017, 15:35 Uhr

Konzertkritik

Vibrierende Schönheit




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Von Daniel Wagner

  • Buchbinder und Philharmoniker unter Welser-Möst.

Ein strahlender Winterdonnerstag erlebte also im Wiener Musikverein seinen verdienten Höhepunkt. Erst kürzlich haben die Wiener Philharmoniker gemeinsam mit Rudolf Buchbinder unter Zubin Mehta Brahms’ Klavierkonzerte eingespielt - nun eine gänzlich andere, ebenso höchst zufriedenstellende Interpretation mit Buchbinder und Maestro Franz Welser-Möst. Mächtig, richtig majestätisch erschien bereits der Kopfsatz des Brahms’schen d-Moll-Klavierkonzerts op. 15. Von Bässen getragen, voller präzise einstudierter Blechpassagen gelangen die vielen effektvollen Momente des Werkes, rasant trieben Pianist und Orchester den Strom voreinander her. Die eigentliche Besonderheit dieser Interpretation wurde allerdings das Adagio: Deutlich artikulierte der Solist immer wieder überraschende Ideen, die dem Publikum einiges an Mitdenksport abverlangten.

Energisch, voller lichter Momente, wurde ebenso Schuberts "Unvollendete". Angesichts der Klarheit, die Welser-Möst in seinem Dirigat vorherrschen ließ, dem absoluten Willen zu Melodieentwicklung auf höchstem Niveau, gebündelt in den gut aufeinander abgestimmten Streichern, erschien das immer wieder noch Rätsel aufgebende Werk hier durchwegs vollendet, um nicht zu sagen perfekt.


Perfekt sollte auch das schauderhaft schöne Bild von Béla Bartóks "Wunderbarem Mandarin" werden. In jedem impulsiven Aufschlag wurde die Geschichte von der unterdrückten, letztendlich vernichtenden (oder befreienden) Liebe auch ohne Tanzbegleitung offenbar. Reichlich Applaus.

konzert

Wiener Philharmoniker

Rudolf Buchbinder (Klavier)

Franz Welser-Möst (Dirigent)




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-02-17 16:24:03
Letzte nderung am 2017-02-23 15:35:03



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