• vom 13.03.2017, 16:18 Uhr

Klassik/Oper

Update: 20.03.2017, 16:09 Uhr

Konzertkritik

Gefühlte Lebensfreude aus der Kraftkammer




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Von Daniel Wagner


    Jede Menge original leichte, aber auch ganz schön harte Töne hatte der Originalklang-Springinsfeld Teodor Currentzis für den aktuellen Besuch seiner Konzerthaus-Personale im Gepäck. Ja, der junge Grieche ist für einen unorthodoxen, oftmals harsch bezeichneten Zugang zur Klassik berühmt-berüchtigt. Das bewies die "Nozze di Figaro"-Einspielung mit seinem Opernhaus im sibirischen Perm ebenso wie die aktuell zugegebene, rasante "Nozze"-Ouvertüre mit dem von ihm gegründeten Ensemble MusicAeterna. Wild, voller brutaler Wendungen war sein Zugang zum Beaumarchais-Meisterwerk hier, ebenso wie in Mozarts D-Dur-Violinkonzert KV 218.

    Mit Patricia Kopatchinskaja fand er die perfekte solistische Gegenstimme, die um keine Widerrede verlegen war. Unorthodox, zeitgemäß, auch mit traditionellen "Alla Zingarese"-Themen spielend, geriet ihre eigene Eröffnungskadenz, larmoyant das Andante, voller Härten der Schlagabtausch zwischen Solo und Ensemble im Rondeau.


    Voll heroischer Spannung
    Currentzis ist immer für Überraschungen gut. Auch mit dem von ihm kurzfristig ins Konzert reinreklamierten Zusatz für den Abend. Er hatte Alexander Melnikov angerufen, der kurzerhand anreiste und am Hammerflügel mitmachte. Entspannt gelang das d-Moll-Klavierkonzert KV 466 mit Melnikovs sinnierendem Anschlag. Vitalität regierte bei Beethoven: Diese "Eroica" war vom unbeugsamen Dialogwillen der sibirischen Kraftkammer auf der Bühne bestimmt. Auch die Marcia funebre brauste wenig negativ denn voller heroischer Spannung dahin.

    Konzert

    MusicAeterna

    Teodor Currentzis (Dirigent)

    Wiener Konzerthaus




    Schlagwörter

    Konzertkritik, Konzerthaus

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    Dokumenten Information
    Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
    Dokument erstellt am 2017-03-13 16:24:05
    Letzte nderung am 2017-03-20 16:09:08



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    CHAMPIGNON, 1850, Sepia, Kohle, Fettstift, Gouache auf Papier, 47,4 x 60,8 cm, Maisons de Victor Hugo, Paris/Guernesey,

    Edvard Munch beschäftigte sich in zahlreichen Werken mit dem Thema Melancholie, die er bevorzugt als einsame Person am Strand darstellte. Ein riesiges Medieninteresse begleitete den kurzen Auftritt des österreichischen Hollywood-Exports Christoph Waltz bei seinem Besuch der Viennale.

    Viennale-Interimschef Franz Schwartz (links) mit dem Stargast der Eröffnung: Schauspieler John Carroll Lynch zeigte sein Regiedebüt "Lucky" als Eröffnungsfilm der Viennale. Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.


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