• vom 14.03.2017, 16:59 Uhr

Klassik/Oper

Update: 16.03.2017, 19:56 Uhr

Bogdan Roščić

Plagiatsvorwurf gegen künftigen Opernchef




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  • Die Uni Wien prüft die Dissertation von Bogdan Roščić.

Schöne Fassade: Dahinter werden Plagiatsvorwürfe diskutiert.

Schöne Fassade: Dahinter werden Plagiatsvorwürfe diskutiert.© Pallasathena / CC BY-SA 2.0 Schöne Fassade: Dahinter werden Plagiatsvorwürfe diskutiert.© Pallasathena / CC BY-SA 2.0

Wien. Der designierte Staatsopern-Direktor Bogdan Roščić sieht sich mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert. Der Plagiatsexperte Stefan Weber hat bei der Universität Wien Anzeige eingebracht, weil der 52-jährige Roščić bei seiner 1988 eingereichten Dissertation mit dem Titel "Gesellschaftstheorie als kritische Theorie des Subjekts: zur Gesellschaftstheorie Th. W. Adornos" abgeschrieben haben soll. Roščić soll, so der Vorwurf, aus der 1982 erschienen Doktorarbeit von Peter Decker, ebenfalls zu Adorno, Passagen wortident übernommen haben, ohne dies auszuweisen.

"Es wurden seitenweise Interpretationen von Adorno mitsamt bei Decker in den Fußnoten zitierter Literatur fast 1:1 abgeschrieben. Herr Roščić erdreistete sich auch noch, im Plagiat häufig die Ich-Form von Decker mit abzuschreiben oder selbst zu verwenden. Ich habe selten ein deutlicheres Plagiat gesehen", so Weber.


Mit den Vorhaltungen konfrontiert, bestätigte Roščić, der sein Amt in der Wiener Staatsoper als Nachfolger von Dominique Meyer 2020 antreten wird, den Sachverhalt: "Ich kenne seit einigen Tagen den Vorwurf der fehlenden Zitierung einer Arbeit von Peter Decker in der Einleitung meiner Dissertation von 1988." Zum konkreten Vorwurf betonte er: "Die Einzelheiten der nun monierten Verwendung kann ich, auch wegen der knapp 30 Jahre Abstand, derzeit nicht rekonstruieren. Ich bin mit der Universität Wien hierzu in Kontakt, sie wird meine Arbeit der entsprechenden Prüfung unterziehen."

Die Universität Wien bestätigt diese Prüfung und wird nach einem entsprechenden Gutachten entscheiden, ob ein Verfahren eingeleitet werden soll.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-03-14 17:03:04
Letzte nderung am 2017-03-16 19:56:33



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