• vom 17.03.2017, 16:34 Uhr

Klassik/Oper

Update: 21.03.2017, 11:48 Uhr

Konzertkritik

Mit Monteverdi in den Mainstream




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Von Lena Dražić

  • Philippe Jaroussky brillierte im Wiener Konzerthaus.

Philippe Jaroussky nahm sich des Orpheus an.

Philippe Jaroussky nahm sich des Orpheus an.© Marc Ribes-Erato Philippe Jaroussky nahm sich des Orpheus an.© Marc Ribes-Erato

Es ist nicht allzu lange her, da galten Countertenöre als exotische Spezialisten, als eine der mehr oder weniger kuriosen Farbnuancen im Paralleluniversum "Alte Musik". Was ist passiert? Heute beanspruchen die Stars innerhalb dieser Spezies die großen Konzertpodien und gleich das gesamte Repertoire dazu.

Er ist definitiv einer davon, wenn nicht der Star unter den Falsettisten: Der Franzose Philippe Jaroussky gastierte vor zwei Jahren mit einem Impressionismus-Programm im Wiener Konzerthaus, diesen Donnerstag sorgte sein Rezital hier für einen ausverkauften Großen Saal.


Immerhin kehrte der Counter mit seinem Orpheus-Programm in sein Stammgebiet Barockoper zurück, indem er Monteverdis Epoche machenden "Orfeo" mit den Orpheus-Opern von Luigi Rossi und Antonio Sartorio verband - wobei die Teile der verschiedenen Werke wie bei einem gelungenen Pasticcio zumeist nahtlos ineinander übergingen. Und da Orpheus ohne Eurydike eine halbe Sache wäre, stand ihm mit fein gesponnenem Sopran die Konzerthaus-Debütantin Amanda Forsythe zur Seite.

Dass auch Jaroussky feinster Nuancen fähig ist, konnte er im frühbarocken ersten Teil ausgiebig unter Beweis stellen. Gut aufgewärmt und vom nun volleren Orchester getragen, konnte der Counter im zweiten, Gluck gewidmeten Teil noch einmal auftrumpfen. Das von Diego Fasolis resolut geleitete Ensemble I Barocchisti changierte geschmeidig zwischen volltönendem Furioso und solistischer Finesse. Standing Ovations und als Zugabe das Schlussduett aus Monteverdis "L’incoronazione di Poppea" sorgten für einen wahrhaft krönenden Abschluss.

Konzert

I Barocchisti

Mit Philippe Jaroussky und Amanda Forsythe

Diego Fasolis (Dirigent)

Wiener Konzerthaus




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-03-17 16:38:10
Letzte ─nderung am 2017-03-21 11:48:07



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