• vom 01.06.2017, 16:53 Uhr

Klassik/Oper

Update: 01.06.2017, 17:05 Uhr

Konzertkritik

Marathon für einen Pianisten mit Taktstock




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Von Malina Standke


    Mit drei orchestralen Klavierwerken hatte sich der österreichische Pianist Rudolf Buchbinder zusammen mit den Wiener Symphonikern einen wahren Marathon am Mittwochabend im Konzerthaus vorgenommen, bei dem leider manchmal die Luft ausging.

    Bereits in den ersten Takten von Mozarts d-Moll-Klavierkonzert KV 466 ergaben sich zum Teil erhebliche Intonationsprobleme in den Holzbläsern, die sich leider öfters wiederholen sollten; die Streicher hingegen tönten äußerst warm und homogen. Buchbinder, der vom Klavier aus auch als Dirigent agierte, zeigte sich pianistisch mit beeindruckender Spielfertigkeit sowie mit agogisch und dynamisch interessanter Interpretation. Bisweilen spielte er mit der rechten Hand und dirigierte mit der linken, doch leider hatten seine oft zarten Gesten nur wenig Wirkung auf das Orchester, weshalb nicht alle Einsätze im Takt gelangen.

    Information

    Wiener Symphoniker
    Wiener Konzerthaus

    Der Funke sprang über

    Es folgte Klavierkonzert auf Klavierkonzert - Beethovens drittes in c-Moll, dessen dramatischerer Ausdruck und kräftigeres Spiel weitaus besser glückten. Buchbinder gestaltete den Solopart durch variable Phrasierung und differenzierten Anschlag äußerst spannend. Dieser Funke sprang auch auf die Symphoniker über, sodass ein runder Gesamtklang entstand.

    Als Abschluss: Beethovens Fantasie in c-Moll für Klavier, Chor und Orchester. Der textlich fein gestaltete, voluminöse Klang der Wiener Singakademie, Buchbinders virtuoses Spiel und die energisch agierenden Symphoniker vereinten sich hier zu einem facettenreichen und allen voran klangreichen Schlussstück.





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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
    Dokument erstellt am 2017-06-01 16:56:02
    Letzte nderung am 2017-06-01 17:05:12



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