• vom 19.06.2017, 16:35 Uhr

Klassik/Oper

Update: 19.06.2017, 16:46 Uhr

Konzertkritik

Makellose Schönheit




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Von Daniel Wagner

  • Maurizio Pollini gastierte im Musikverein.

Ein Nocturne allein macht noch keinen Abend. Der Grundsatz sollte auch bei Maurizio Pollinis Musikvereins-Personale gelten. Auch wenn sie mit Chopins eröffnendem cis-Moll Nachtstück op. 27/1 bereits derart erhaben anhob, dass dem Wiener Publikum der Atem hörbar stockte.

Was nachfolgte, sollte restlos überzeugen: Betört von der ewigen Melodie des Des-Dur-Nocturne des polnisch-französischen Romantikers, gefangen von seiner poetischen Erzählkunst der Balladen op. 46 und op. 52. Pollini machte weder Aufhebens um seine Person, noch um sein wissendes Können, er nahm auch nicht einfach am eigens eingeflogenen Konzertflügel Platz, um "Klavier zu spielen". Vielmehr atmete er jede Note und jeden Moment mit, er war schlicht Musik.

Information

Konzert

Maurizio Pollini (Klavier)

Musikverein

Nach der Pause widmete sich der italienische Pianist in logischer Zeitfolge einem weite-
ren Alter Ego, dem Impressionisten Claude Debussy und dessen zweitem Band der "Préludes" auf ebenso persönliche Weise. Und auch hier begegnete dem Publikum Erzählkunst in höchster Vollendung, angetrieben von der unerbittlichen Idée fixe, die Meisterwerke für sich in den Mittelpunkt zu stellen.

Gerade noch in den Untiefen der "Brouillards" bis "Feuilles mortes" unterwegs, ging es bald in höhere Sphären: unterwegs mit tanzenden Feen, auf der Silberscheibe des "Claire de lune" und in das Märchen der "Ondine". Freche Momente mit Charles Dickens ("S. Pickwick") und wild gewordenen Terzen führten über das eigentümliche Strahlen des "Feux d’Artifice" zum Triumph. Jubel, Ovationen, Zugaben.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-06-19 16:38:06
Letzte nderung am 2017-06-19 16:46:00



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