• vom 13.07.2017, 15:23 Uhr

Klassik/Oper

Update: 13.07.2017, 17:53 Uhr

Opernkritik

Lohnende Raritäten




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Von Malina Standke

  • Das Teatro Barocco zeigt zwei Opern-Kleinode im Stift Altenburg.

Charismatisch: Megan Kahts als Bastienne.

Charismatisch: Megan Kahts als Bastienne.© Barbara Pálffy Charismatisch: Megan Kahts als Bastienne.© Barbara Pálffy

Als wäre Mozarts Jugendoper "Bastien und Bastienne" nicht schon selbst ein selten gespieltes Werk, wird im Stift Altenburg mit Schuberts Mini-Oper "Der Hochzeitsbraten" zusätzlich ein gewissermaßen nie gespieltes Werk präsentiert. Das anfangs noch vom warmen Abendlicht erhellte Barocksaaltheater beherbergt keinen gewöhnlichen Opernabend, vielmehr ein historisch informiertes Gesamtkunstwerk mit Originalinstrumenten, Originalkostümen und szenischer Gestaltung wie aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

Dem Ensemble Barocco unter Dirigent Konstantinos Romanos Papazoglou war die energische Spielfreude sowohl anzuhören als auch anzusehen. Bernd R. Bienert, Gründungsintendant des Teatro Barocco, inszenierte ein schlichtes und doch effektvolles Bühnenbild, das mit seinen in die Tiefe des Bühnenraumes gestaffelten Waldkulissen an klassische Vorbilder anknüpfte. Auch die liebevoll gestalteten historischen Kostüme und Perücken beeindruckten. Megan Kahts erfüllte als Bastienne mit ihrem klaren, runden Sopran und charismatischer Bühnenpräsenz den gesamten Saal, wobei ihre filigranen Gesten vor allem im Vergleich zu ihren Kollegen mitunter etwas zu künstlich gerieten. Pablo Cameselle, mit zartem, lieblichem Tenor und scheinbar geringster Anstrengung im höheren Register, mimte den sprunghaften Junggesellen Bastien. Die beiden bildeten dabei sowohl stimmlich als auch choreografisch ein harmonisch eingespieltes Paar. Demgegenüber erschien Bariton Marcus Pelz als sonorer Colas eher zurückhaltend, überzeugte aber gerade durch seine kleinen Gesten, feines Mienenspiel und deutliche Artikulation.

Information

Oper
Bastien und Bastienne
Weitere Termine bis 30. Juli

Als erfrischendes Zwischenspiel erklang Mozarts Divertimento KV 136, zu dem Bettina Knett eine originale Choreografie aus dem 18. Jahrhundert tanzte. Mit einer gleichsam spielfreudigen Darbietung von Schuberts Kurz-Oper "Der Hochzeitsbraten" gelang dem Ensemble ein äußerst unterhaltsamer und musikalisch bravouröser Abschluss mit Seltenheitswert.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-07-13 16:27:08
Letzte nderung am 2017-07-13 17:53:10



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