• vom 04.08.2017, 15:51 Uhr

Klassik/Oper

Update: 04.08.2017, 18:12 Uhr

Aida

Von Frauen und Tyrannen




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  • Oper der Superlative: Netrebko, Muti, Neshat - Am Sonntag hat die Salzburger "Aida" Premiere.

Anna Netrebko gibt ihr Debüt als "Aida" in Salzburg. Alle wollen dabei sein: Am Schwarzmarkt explodieren die Preise.

Anna Netrebko gibt ihr Debüt als "Aida" in Salzburg. Alle wollen dabei sein: Am Schwarzmarkt explodieren die Preise.© ORF/Zach-Kiesling Anna Netrebko gibt ihr Debüt als "Aida" in Salzburg. Alle wollen dabei sein: Am Schwarzmarkt explodieren die Preise.© ORF/Zach-Kiesling

Salzburg. Shirin Neshat geht es, seit sie Künstlerin ist, um die Rolle der Frau, speziell um die Rolle der Frau in autoritären Staaten des Islam. Die in New York lebende iranische Fotografin, Film- und Video-Regisseurin und bildende Künstlerin Shirin Neshat wird heuer - für viele überraschend - die "Aida" in Szene setzen.

"Als mich Markus Hinterhäuser anrief und fragte, ob ich diese Aufgabe übernehmen wolle, dachte ich, der ist ja verrückt. Aber jetzt bewundere ich den Mut und bedanke mich für das Vertrauen", sagte sie am Rande der Proben in Salzburg. "Und da sehe ich enorme Parallelen zwischen der Figur der ‚Aida‘ und meinem eigenen Leben. Beide leben wir im Exil und sind beseelt von Schmerz, Hoffnung, Heimweh und dem Wissen um die Aussichtslosigkeit. Ja, ich identifiziere mich mit der ‚Aida‘".


Im vergangenen Herbst hat Shirin Neshat einen Film über die legendäre ägyptische Sängerin Umm Kulthum gedreht, der heuer bei den Filmfestspielen von Venedig präsentiert werden soll. Auch diese Figur ist eine herausragende Künstlerin und Frau. Der Film spielt wie die "Aida" in Ägypten, und auch Kulthum hat sich aufgelehnt gegen das System der Fanatiker. "Die ‚Aida‘ ist zwar mein Debüt als Opernregisseurin, aber mit dem Thema ‚individuelle Frauenfiguren‘ beschäftigte ich mich nicht zum ersten Mal. Auch für die zweite Frauenfigur, die ‚Amneris‘, gilt das", erklärte die Exil-Amerikanerin.

Blockbuster
Die aktuelle Salzburger "Aida" soll definitiv nicht dem Krieg huldigen, obwohl vieles an dieser Oper ja darauf hindeutet. "Verdi und sein Librettist mussten und wollten unterhalten und haben eine europäische Vorstellung des Orients entwickelt. Aber authentisch ist an dieser Tragödie nichts", sagte die Regisseurin. "Ich halte vor allem den Triumphmarsch für extrem problematisch. Ich interpretiere Verdi so, dass man am Ende nicht eindeutig sagen kann, wer sind die Bösen und wer sind die Guten. Ein bisschen etwas von beidem ist schließlich in uns allen."

Prominent besetzt ist auch die muskalische Seite: Anna Netrebko singt erstmals die Titelpartie, Riccardo Muti steht am Pult der Wiener Philharmoniker.

Dieses musikalische Großereignis lockt das Publikum an wie kaum eine andere Aufführung der diesjährigen Festspiele: Sämtliche Aufführungen - "Aida" läuft noch bis 25. August - sind restlos ausverkauft. Spätentschlossene haben es da schwer. Angeblich werden "Aida"-Karten am Schwarzmarkt um bis zu 2000 Euro gehandelt. Wem es weniger ums Adabei geht: Radio Ö1 überträgt "Aida" live am 12. August (Beginn: 19.30 Uhr), zeitlich versetzt ist die Aufführung ebenfalls am 12. August auf ORF2 zu sehen (Beginn: 20.15 Uhr).




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Dokument erstellt am 2017-08-04 15:57:06
Letzte ─nderung am 2017-08-04 18:12:26



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