• vom 24.08.2017, 16:20 Uhr

Klassik/Oper

Update: 25.08.2017, 11:03 Uhr

Martha Argerich

Das altersweise Duo und der junge Präsident




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Von Reinhard Kriechbaum


    Wie man sich die lästige Klavierüberei sparen kann und trotzdem zu sehr viel Beifall kommt? Statt Pianist einfach französischer Staatspräsident werden! Wie auf Kommando Standing ovations und Handy-Fotos zu Hunderten, als Emmanuel Macron und seine Frau in Salzburg im Großen Festspielhaus aus der Loge winkten. Martha Argerich und Daniel Barenboim sind zwei Minuten später auch mit herzlichem Beifall begrüßt worden. Am späteren Mittwochabend im Großen Festspielhaus war nämlich nicht nur ein sagenhafter Zirkus um Emmanuel Macron, sondern auch ein Konzert. Nicht das Schlechteste.

    Argerich und Barenboim verbindet mehr als der Geburtsort Buenos Aires. Die Wunderkinder haben einander, beide im Volksschulalter, 1949 kennengelernt. Der ausgleichende Barenboim und die temperamentvollere, aber altersmilde gewordene Kollegin sind mehr als erfahrene Teamplayer, die weit über den Dingen stehen. Handwerklich haben sie beide noch ehrlich viel drauf.


    Erfrischende Unaufgeregtheit für Mozart, Schumann und Debussy. Von Letzterem hörte man nicht nur "la Mer", auch die drei Stücke "En blanc et noir". Das ist allerspätester Debussy, geschrieben im Ersten Weltkrieg, mehr Ex- als Impressionismus.

    Ein ganz rares Ding sind Schumanns Studien für Pedalflügel op.56. Debussy hat sie für zwei Klaviere umgeschrieben. Der Reiz ist, dass Schumann Charakterstücke erdachte und doch stark auf Imitation setzte. "Canonische Form" schrieb er in den Untertitel. Letztlich war auch für ihn Pedal gleich Orgel gleich Fuge.

    Konzert

    Martha Argerich

    Daniel Barenboim

    Salzburger Festspiele




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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
    Dokument erstellt am 2017-08-24 16:24:06
    Letzte nderung am 2017-08-25 11:03:05



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    CHAMPIGNON, 1850, Sepia, Kohle, Fettstift, Gouache auf Papier, 47,4 x 60,8 cm, Maisons de Victor Hugo, Paris/Guernesey,

    Edvard Munch beschäftigte sich in zahlreichen Werken mit dem Thema Melancholie, die er bevorzugt als einsame Person am Strand darstellte. Ein riesiges Medieninteresse begleitete den kurzen Auftritt des österreichischen Hollywood-Exports Christoph Waltz bei seinem Besuch der Viennale.

    Viennale-Interimschef Franz Schwartz (links) mit dem Stargast der Eröffnung: Schauspieler John Carroll Lynch zeigte sein Regiedebüt "Lucky" als Eröffnungsfilm der Viennale. Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.


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