• vom 13.09.2017, 16:06 Uhr

Klassik/Oper

Update: 20.09.2017, 14:09 Uhr

Konzerthaus

Steigerungen, wohin man blickt




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Von Katharina Wappel


    Zum Saisonauftakt im Konzerthaus geben diesmal die Wiener Philharmoniker sich die Ehre und kredenzen Mahlers Sechste unter dem Dirigierstab von Daniel Harding. Die Komposition bewegt sich im Spannungsfeld von privatem Glück, das Mahler zu dieser Zeit gewährt war, und, wie es in Wien so üblich ist, dem daraus resultierenden Gedanken an den Tod. So vereint diese Symphonie das tollpatschige Spielen der Kinder in arhythmischer Manier sowie Schicksalsschläge, im letzten Satz musikalisch formuliert. Aus dieser Schieflage lässt sich das Werk wohl am besten nachvollziehen.

    Stimmungsvoll schon der Einstieg, insistierend und heftig, ganz wie vom Komponisten verlangt. Wuchtiges Allelgro energico und ruhiges Andante moderato lösen einander ab. Dröhnende Bässe und zartschmelzende Geigen. In den piano-Stellen droht das sehr fragile Gebilde hie und da zu zerbrechen - hier könnte Harding an der Feinabstimmung noch schrauben. Doch die Bläsersoli (vor allem die Blechbläser) sind gefühlvoll und sanft, auch die Streicher zeigen sich im Andante von ihrer zartesten Seite. Doch kurz danach greift Unruhe um sich, langsam aber sicher steigert sich der Rhythmus von dem ohnehin kontinuitätslos wirkenden Scherzo mit seinen zahlreichen Umbrüchen (es hätte dabei etwas mehr Klarheit in der Linienführung vertragen) hin zum Finale, in dem der totale Zusammenbruch steht. Steigerungen wohin man blickt, dissonante Klänge, Paukenschläge und schließlich: der Ausklang in totaler Verzweiflung. Insgesamt ein stimmiger und klangintensiver Einstieg in eine neue Saison, die sich damit vielversprechend ankündigt.


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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
    Dokument erstellt am 2017-09-13 16:12:21
    Letzte ─nderung am 2017-09-20 14:09:06



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    CHAMPIGNON, 1850, Sepia, Kohle, Fettstift, Gouache auf Papier, 47,4 x 60,8 cm, Maisons de Victor Hugo, Paris/Guernesey,

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