• vom 02.10.2017, 15:48 Uhr

Klassik/Oper

Update: 11.10.2017, 15:45 Uhr

Konzertkritik

Spielfreude bei einem energischen Europa-Konzert




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Von Malina Meier


    Mit einem nicht nur sprichwörtlichen Paukenschlag begannen die Wiener Philharmoniker unter Zubin Mehta ihr Konzert am Samstagnachmittag im Musikverein. Obgleich Mehtas Interpretation von Brahms‘ "Tragischer Ouvertüre" dynamisch und artikulatorisch recht gleichförmig geriet, glänzte das Orchester mit kraftvollem Klang und hörbarer Spielfreude.

    Weitaus differenzierter gestaltete sich Haydns "Sinfonia concertante". Die ‚brahmssche‘ Schwere wich einem leichten und heiteren Klangbild, das durch die vier hervorragenden Solisten Robert Nagy (Violoncello), Martin Gabriel (Oboe), Sophie Dartigalongue (Fagott), und allen voran dem glänzenden Rainer Honeck (Violine) verstärkt wurde. Die vier Instrumentalisten konzertierten solistisch und im Quartett durchweg harmonisch und ergänzten sich klanglich gut mit dem reduziert begleitenden, zuweilen etwas zu vorsichtig agierenden Orchester.


    Zum Glanzstück geriet Béla Bartóks "Konzert für Orchester". Immer wieder beeindruckend, mit welcher Leichtigkeit die Philharmoniker die ganze Bandbreite ihres musikalischen, klanglichen und technischen Könnens in solch einem Werk präsentieren können. Der Wechsel zwischen mystischen, romantischen, beklemmenden und volkstümlichen Klängen gelang tadellos.

    Mehta, der das gesamte Konzert auswendig dirigierte, konnte hier seine scheinbar vollkommene Verinnerlichung des Werks direkt und unforciert auf das Orchester übertragen und Bartóks Finessen mit wenigen Gesten und dennoch absoluter Kontrolle zum Klingen bringen.

    Konzert

    Wiener Philharmoniker

    Musikverein




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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
    Dokument erstellt am 2017-10-02 15:54:10
    Letzte ─nderung am 2017-10-11 15:45:02



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