• vom 06.10.2017, 17:06 Uhr

Klassik/Oper

Update: 09.10.2017, 15:49 Uhr

Konzertkritik

Flucht in die Musik




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Von Malina Meier

  • Ein Abend für Walter Arlen im Wiener Konzerthaus.

1920 in Wien geboren, musste Walter Arlen als Jude 1939 in die USA emigrieren. "Die Tragödie hat mein ganzes Leben belastet", sagt er über diese Zeit, der viele seiner Familienangehörigen zum Opfer fielen. Zuflucht konnte der spätere Komponist und US-amerikanische Musikkritiker in der Tonkunst finden, besonders in jener von Franz Schubert.

Dessen Fünfte Symphonie bildete die erste Hälfte eines Walter-Arlen-Abends im Wiener Konzerthaus. Leider blieben die Wiener Symphoniker unter Christian Schulz dabei meist an der Oberfläche: Kleingliedrige Phrasierung, leichte Intonationsprobleme und getragene Tempi in den Mittelsätzen ließen in vielem zu wünschen übrig. In der zweiten Hälfte wurde, auf Wunsch Arlens, die Erstaufführung seiner Komposition "The Song of Songs" präsentiert. Mit einer tonal bis polytonalen Klangsprache bot das Stück viele spannend komponierte Momente, bei denen vor allem die variantenreiche Instrumentierung hervorzuheben ist. Der Frauenchor der Wiener Singakademie ergänzte das Orchester mit klar artikuliertem und kraftvollem Klang.


Unter den Solisten stach besonders Anna Huntley mit ihrem warmen, farbenreichen Mezzo hervor; doch auch Bariton Damian Thantrey, der ihr allein im Volumen etwas nachstand, und Daniel Johannsen mit seinem weichen, jugendlichen Tenor konnten das Publikum begeistern. Schulz leitete das Ensemble gekonnt, obgleich seine Gesten oft zu groß und flächig gerieten. Mit einem lauten Beckenschlag endete das Konzert, es folgten lang anhaltender Applaus und Standing Ovations für Walter Arlens Lebenswerk.

Konzert

Tribute to Walter Arlen

Wiener Symphoniker




Schlagwörter

Konzertkritik, Konzerthaus

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-10-06 17:12:12
Letzte ─nderung am 2017-10-09 15:49:08



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