• vom 09.10.2017, 16:10 Uhr

Klassik/Oper

Update: 11.10.2017, 13:51 Uhr

Konzertkritik

Hohelied auf die Liebe




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Von Lena Dražić

  • Das Tonkünstler-Orchester mit Messian im Musikverein.

Olivier Messiaens Turangalîla-Symphonie steht abseits der hierorts üblichen Moderne-Erzählung, die von Wagner über die Wiener Schule bis zum Serialismus führt. In seinem monumentalen Liebeshymnus bedient sich der Franzose wohl tradierter Klangeffekte - von einschmeichelnden Streichern, die Richard Strauss alle Ehre gemacht hätten, bis zur orchestralen Opulenz eines Debussy. Zugleich erscheint das Werk mit seinen exotisierenden Melodien, aperiodischen Rhythmen und den futuristischen Klängen der Ondes Martenot als bunt schillernder Bastard.

Im Musikverein spielen nach zwölfjähriger Pause diesen Herbst gleich zwei Orchester die Symphonie - im November dann das RSO Wien. Den Anfang machte das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, das renommierte Solisten gewinnen konnte: Pianist Roger Muraro hat bei Messiaens Frau Yvonne Loriod studiert, Ondes-Martenot-Solistin Valérie Hartmann-Claverie bei deren Schwester. Freilich darf man sich von der Anordnung auf dem Podium nicht dazu verleiten lassen, Klavier und Ondes als gleichwertige Soloinstrumente zu betrachten. Während das elektronische Instrument als fremdartige Note im überwältigenden Farbgemisch nur selten distinkt wahrnehmbar ist, prägt das Klavier über weite Strecken das Geschehen. Roger Muraro überzeugte mit differenzierter Ausgestaltung der Vogelrufe ebenso wie mit Intensität. Dirigent Yutaka Sado gestaltete dieses Hohelied auf die Liebe als mitreißendes Klangspektakel, verhalf aber auch der ätherischen Schönheit des "Jardin du Sommeil d’Amour" zu ihrem Recht. Die Leistung der Tonkünstler wurde mit Jubel quittiert.


Konzert

Tonkünstler-Orchester NÖ
Wiener Musikverein




Schlagwörter

Konzertkritik, Musikverein

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-10-09 16:15:06
Letzte ─nderung am 2017-10-11 13:51:02



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