• vom 13.11.2017, 16:47 Uhr

Klassik/Oper

Update: 16.11.2017, 16:14 Uhr

Konzertkritik

Gipfelanalysen




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Von Daniel Wagner

  • Wiener Philharmoniker mit Schostakowitsch und Strauss.

Hatten die Wiener Philharmoniker für ihr aktuelles Abonnementkonzert also ein Programm zu bieten, das vom Popularitätsgrad kaum zu übertreffen ist. Schostakowitschs so persönliches erstes Cellokonzert geht schlichtweg unter die Haut. Auch unter dem sehr nüchtern geordneten Dirigat von Semyon Bychkov, der wenige Spitzen zuließ, dafür dem Meistersolisten Renaud Capuçon reichlich Platz für leise Töne in allen Nuancen ließ. Markant wie gewünscht das Eröffnungsthema, bot das Moderato jenen geforderten tiefsinnigen, beinahe jenseitigen Melodieton. In der Cadenza stand unter Capuçons feinsinnigem Spiel die Zeit beinahe still.

Ebenso still sollte der Aufstieg zu Richard Strauss’ überragender Alpensymphonie op. 64, dieser Apotheose der Programmmusik und auch des orchestrierenden Komponistenegos, werden. Immer wieder entfalteten sich die flirrenden Klänge zwischen Sonnenaufgang, Gletscherblicken (unglaublich, wer könnte angesichts des vorherrschenden Klangvolumens auf der Bühne des Goldenen Musikvereinssaals nicht geplättet sein), gefahrvollen Augenblicken und reichlich Gipfelstürmereien.


Doch angesichts Bychkovs analytisch bis unsicherem Agieren, angetrieben von einer übermäßigen Verlangsamungstendenz, die die unglaublichen Momente des Strahlens in erbarmungslose Generalpausen führten, sollte das allumfassende Alpenrauschen nicht zur kompletten Entfaltung kommen. Dass die Philharmoniker "ihren" Strauss perfekt drauf hatten (brillante Holzbläser), sei an dieser Stelle selbstredend vorausgesetzt.

konzert

Wiener Philharmoniker

Semyon Bychkov (Dir.)

Musikverein




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-11-13 16:50:03
Letzte ─nderung am 2017-11-16 16:14:07



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