• vom 17.11.2017, 14:13 Uhr

Klassik/Oper

Update: 17.11.2017, 16:40 Uhr

Opernkritik

Diese Frau macht kopflos!




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Von Daniel Wagner

  • Elektrisierende Staatsopern-"Salome" mit Lise Lindstrom.

Lisa Lindstrom begeistert nicht nur durch ihr hingebungsvolles Spiel als Salome.

Lisa Lindstrom begeistert nicht nur durch ihr hingebungsvolles Spiel als Salome.© Staatsoper/Pöhn Lisa Lindstrom begeistert nicht nur durch ihr hingebungsvolles Spiel als Salome.© Staatsoper/Pöhn

Ja, was will sie denn bloß in einer silbernen Schüssel haben, die liebe Prinzessin Salome, deren Füße für König Herodes gleich weißen Tauben sind? Als ob man es nicht ahnt... Und so ging es auch in der 232. Aufführung der wahrscheinlich schon unter Denkmalschutz stehenden Jugendstil-Bilder von Boleslaw Barlog naturgemäß um des Propheten Jochanaans Kopf.

Rübe ab, aber wie! Denn diese Repertoireaufführung des Richard Strauss’schen Meisterwerkes nach Oscar Wilde, die epochemachende "Salome", hatte es wahrlich in sich. Zum einen war dieser schöne Erfolg der Zusammensetzung des Ensembles geschuldet: Allen voran war als Titelunheldin abermals Lise Lindstrom mit ihrer perfekt dramatischen Stimmführung und dem hingebungsvollen Spiel zu erleben - welch ein fesselnder Tanz der sieben Schleier, da staunte nicht nur Herodes!

Information

Oper
Salome
Von: Richard Strauss
Peter Schneider (Dir.)
Mit: Lise Lindstrom u.a.
Wiener Staatsoper

Herwig Pecoraro holte alles Verzwickte aus der Rolle des Königs heraus, unterstützt von Janina Baechles ebenso gewohnt solider Herodias. Spitzenmäßig ungebrochen kämpfte Alan Helds Jochanaan bis zum letzten Atemzug für seinen Herrn, fein interagierten wohlklingende Wiener Namen und Stimmen von Carlos Osuna (Narraboth), Ulrike Helzel, Thomas Ebenstein, Pavel Kolgatin bis Ryan Speedo Green.

Der andere Erfolgsfaktor des gekonnten Bühnengemetzels an diesem Abend war dem präzise agierenden Staatsopernorchester zu verdanken. Mit welcher Wucht und Intensität die Musiker in den betont langsam gewählten Tempi von Maestro Peter Schneider aufgingen, bereitete ein perfektes Spannungsumfeld für das so jedes Mal wieder fesselnde Werk.





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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-11-17 16:17:17
Letzte ─nderung am 2017-11-17 16:40:28



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