• vom 22.12.2017, 15:24 Uhr

Klassik/Oper

Update: 29.12.2017, 14:35 Uhr

Konzert

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Von Andreas Meier

  • Erwin Ortner dirigierte Händel-Oratorium "Der Messias".

Als Erwin Ortner nach dem Schlussapplaus noch einmal das "Halleluja" anstimmen ließ, hatte das nichts vom oft bemühten Mitschunkelcharakter, sondern versprühte noch immer den tiefen und nachhaltigen Eindruck der vorangegangenen zweieinhalb Stunden. Im Musikverein gelang es an diesem Abend, Händels schon fast zum Mythos und musikalischen Schlager avancierten Messiah die nötige Werkimmanenz wieder abzugewinnen. Mit leichten, tänzerischen aber bestimmten Gesten führte Ortner die Lautten Compagney Berlin, deren dynamisches, aktives Spiel eine spannende Wechselseitigkeit zwischen Dirigent und Ensemble aufkommen ließ. Hier wurde nicht dirigiert und reagiert, sondern gemeinsam musiziert.

Diese Hingabe übertrug sich auch auf die Solisten: Sarah Mingardos profunder und doch flexibel geführter Alt und Steve Davislims klar-kraftvoller Tenor wurden ergänzt durch Cornelia Horak (Sopran), die besonders im dritten Teil mit feinem Piano und inniger Textbehandlung glänzte, und dem vor Energie strotzenden Florian Boesch (Bariton) der die komplette Bandbreite seiner Stimme ausschöpfte und dessen Deklamation geradezu prophetische Ausmaße erreichte.


In perfekter Balance dazu agierte der Arnold Schoenberg Chor. Die Feinheiten der Phrasierungen in den Fugen, die Klarheit im Ton, welche sowohl melodische, als auch harmonische Abschnitte voll entfalten lies, die präzise, unforcierte Artikulation - das gesamte Ensemble mit stehenden Ovationen zu verabschieden war das Mindeste, was das Publikum an diesem Abend tun konnte.

konzert

Lautten Compagney Berlin

Musikverein




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-12-22 15:29:02
Letzte ─nderung am 2017-12-29 14:35:03



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