• vom 01.01.2018, 17:54 Uhr

Klassik/Oper

Update: 16.01.2018, 13:11 Uhr

Konzertkritik

Ein Klangfeuerwerk




  • Artikel
  • Lesenswert (25)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Andreas Meier

  • Die Symphoniker mit Beethovens Neunter.

Ein etwas wackliger Bläserklang, verschwommene Sextolen und ein holpriger Einsatz der ersten Violinen: Nicht gerade das eleganteste Tableau, um darauf Beethovens Neunte Symphonie auszubreiten. Statt sich jedoch an diesen anfänglichen Unsicherheiten abzuarbeiten, antworteten die Wiener Symphoniker unter Philippe Jordan schon wenige Takte danach mit selbstbewusst-insistierender perkussiver Wucht.

Jordans Ansatz, Beethovens Tempi ernsthaft zu verfolgen und mit einer Reduzierung des Streicherklangs eine durchhörbare Dialektik zwischen den Instrumentengruppen zu erreichen, brachte am Silvesterabend im Wiener Konzerthaus interessante Ergebnisse zutage. Auf den äußerst prägnant musizierten ersten Satz folgte ein etwas unausgeglichener, zwischen pointierter Vitalität und unkonkreten rhythmischen Anschlüssen changierender zweiter. Jordan ließ die jeweiligen Themenköpfe prägnant hervortreten, übergab die Phrasenenden jedoch weitestgehend ihrem Schicksal.


Im großen Chorfinale, dem ein wunderbar modelliertes, liedhaftes Adagio voranging, sang die von Heinz Ferlesch einstudierte Wiener Singakademie beherzt und mit verblüffend klarer Diktion. Die Solisten Emily Magee (Sopran), Anke Vondung (Alt), Andreas Schager (Tenor) und Dimitry Ivashchenko (Bass) agierten solide, suchten sich aber, auf der Chorempore platziert, vor allem durch Lautstärke bemerkbar zu machen. Nichtsdestotrotz gelang ein vielschichtiges, sowohl klangvolles als auch differenziertes Beethoven-Bild, welches das Werk, den Abend und nicht zuletzt das Jahr 2017 feierlich beschloss.

Konzert

Wiener Symphoniker

Wiener Konzerthaus




Schlagwörter

Konzertkritik, Symphoniker

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-01-01 17:59:06
Letzte ńnderung am 2018-01-16 13:11:15



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Tausend Tränen tief
  2. Kurz besucht Berlin - "taz" kommentiert mit Biss
  3. Im Zeichen von #MeToo
  4. Im Zeichen der Vagina
  5. Wer ist noch echt?
Meistkommentiert
  1. Pandoras Übersetzungswerkstatt
  2. Kurz besucht Berlin - "taz" kommentiert mit Biss
  3. "Wir sind ein dummes, gewalttätiges Land"
  4. Das Mittelmaß des Wahnsinns
  5. Kunst- und Kulturverbände präsentieren Forderungen an die Regierung

Werbung




Wissensdurstig, neugierig, seelenvoll und nachdenklich sieht David Bowie auf den Aufnahmen aus. Hier in August Wallas Zimmer.

Die 75. Golden Globes wurden zur Bühne der Frauen mit einer Kampfansage an Sexismus, Missbrauch und Benachteiligungn. "Ich möchte, dass heute alle Mädchen wissen, dass ein neues Zeitalter am Horizont anbricht", sagte die US-Entertainerin Oprah Winfrey in ihrer Dankesrede nach Empfang des Ehrenpreises für ihr Lebenswerk - und rührte viele im Saal zu Tränen. "Zu lang wurden Frauen nicht angehört oder ihnen wurde nicht geglaubt, wenn sie den Mut hatten, gegen die Macht von Männern aufzubegehren." Deren Tage seien nun gezählt. Jetzt müssten alle dafür kämpfen, dass es in Zukunft niemanden mehr gibt, der als Opfer "Me too" sagen muss, mahnte Winfrey. Zur ganzen Rede Ein Gruppenfoto der PreisträgerInnen.

CHAMPIGNON, 1850, Sepia, Kohle, Fettstift, Gouache auf Papier, 47,4 x 60,8 cm, Maisons de Victor Hugo, Paris/Guernesey, Edvard Munch beschäftigte sich in zahlreichen Werken mit dem Thema Melancholie, die er bevorzugt als einsame Person am Strand darstellte.


Werbung


Werbung