Konzertkritik

Spielfreude bei einem energischen Europa-Konzert1

Mit einem nicht nur sprichwörtlichen Paukenschlag begannen die Wiener Philharmoniker unter Zubin Mehta ihr Konzert am Samstagnachmittag im Musikverein. Obgleich Mehtas Interpretation von Brahms‘ "Tragischer Ouvertüre" dynamisch und artikulatorisch recht gleichförmig geriet, glänzte das Orchester mit kraftvollem Klang und hörbarer Spielfreude... weiter





Konzertkritik

Beschwingtheit, die Unruhe erzeugt3

  • Die Wiener Symphoniker unter Tomáš Netopil.

Am Wochenende wurde die Tür des Konzerthauses für Tomáš Netopil geöffnet, der hier sein Debüt als Dirigent geben durfte. Gleich zweimal dirigierte er dasselbe Programm, bestehend aus Dvořáks "Te Deum" sowie dessen Sechster. Erweitert wurde es am Sonntagabend um Brahms’ "Tragische Ouverture"... weiter




Konzertkritik

Voller Kraft und Stille12

  • Semyon Bychkov und Kirill Gerstein verzaubern.

Was soll man da noch sagen: als Zugabe Edward Elgars Thema zu den "Enigma"-Variationen mit schmachtenden Streichern und tief sowie ehrlich gemeinte Töne. Und dann? Stille. Ernste, lange Stille, gefühlte Minuten, erfüllte den großen Saal im Wiener Konzerthaus. Applaudieren traute sich niemand. Doch dann folgte frenetischer Applaus... weiter




Mit Lederhose, Bungee-Seil, Wurfzelt und Wiener Schmäh brachte einzig "Papageno" Daniel Schmutzhard Farbe und Lebendigkeit in die kargen Bilder. - © Herwig Prammer

Opernkritik

Mit Flöte, ohne Zauber14

  • René Jacobs dirigiert eine zahme "Zauberflöte", Torsten Fischer liefert die karg-banalen Bilder dazu.

Die Schlange, vor der Tamino im ersten Bild flüchtet, ist eine Horde lüsterner Frauen. Die Vögel, die Papageno für die sternflammende Königin fängt: gefügig gemachte Frauen. Und auch die wilden Tiere, die der Prinz mit der Zauberflöte zähmt, sind überraschenderweise: sich willig räkelnde Frauen. So schwarz-weiß wie die Kostüme und das Bühnenbild... weiter




Authentischere Aussichten: das Haydnhaus in Rohrau. - © Nafez Rerhuf

Haydn-Geburtshaus

Update für eine Künstlerkinderstube1

  • Das Geburtshaus von Joseph und Michael Haydn ist neu überarbeitet worden - und soll künftig auch als Konzertort stärker in Erscheinung treten.

Rohrau. Wäre Joseph Haydn in der Salzburger Innenstadt geboren worden - wer weiß, er hätte dort heute vielleicht eine so florierende Gedenkstätte wie der Genius loci Mozart. Hätte Joseph Haydn in Bonn das Licht der Welt erblickt - er würde die dortigen Touristen in Form eines Tagesordnungspunkts wie dem Beethoven-Haus beschäftigen... weiter




Bejubelt wie ein Popstar: Teodor Currentzis - © Konzerthaus/Julia Wesely

Konzertkritik

Klangritual vor Publikum13

  • Teodor Currentzis eröffnete mit Vokalmusik seinen Konzerthaus-Zyklus.

Den Klang tragen sie bereits leise singend in den komplett verdunkelten Großen Saal herein - die Lichterprozession, die schwarzen Gewänder und der geschlossene Kreis, in dem sich die Sänger formieren, erinnern dabei mehr an ein mystisches Klangritual als ein klassisches Konzert. Dass Publikum im Saal sitzt... weiter




Konzerthaus

Steigerungen, wohin man blickt

Zum Saisonauftakt im Konzerthaus geben diesmal die Wiener Philharmoniker sich die Ehre und kredenzen Mahlers Sechste unter dem Dirigierstab von Daniel Harding. Die Komposition bewegt sich im Spannungsfeld von privatem Glück, das Mahler zu dieser Zeit gewährt war, und, wie es in Wien so üblich ist, dem daraus resultierenden Gedanken an den Tod... weiter




Konzert

Höhenflug mit Zwischenlandung1

Schon vor der Pause Begeisterung und Demut: Das Publikum lässt sich in seiner Applaudierfreude genauso wenig mäßigen wie Thielemann darin, alles Lob an Znaider weiterzuleiten. Dieser wiederum gibt es postwendend zurück an den Maestro. Dahinter verbirgt sich freilich Koketterie, allen Anwesenden ist klar... weiter




Musikfestival

Eine goldene Blüte im Rosenkrieg

  • Das neue Festival "Herbstgold" begann verheißungsvoll auf Schloss Esterházy.

Es ist kein Fehler, wenn ein Festival sein Publikum fordert. Passiert dies aber schon bei der Anreise, liegt etwas im Argen. So geschehen beim Besucher-Shuttledienst der neuen Eisenstädter Konzertreihe "Herbstgold". Nichtmotorisierte Klassikfans hätten in "Wien Erdberg", wie es auf der Website wolkig hieß, ein reserviertes Gefährt finden sollen... weiter




Begeisterte mit Strauss: Marlis Petersen. - © Mavropoulos

Kammermusik

Blühende Vielfalt im Bregenzer Wald3

  • Die Schubertiade in Schwarzenberg erwies sich auch heuer als Garant erstklassiger Kammermusik - ein Rückblick auf Highlights der Vorwoche.

Schwarzenberg. Wenn man über zehn Konzerte der Schubertiade Schwarzenberg auf begrenzten Platzverhältnissen detailliert berichten soll, ist das schlicht unmöglich. Schon die Aufzählung der Künstler und der Werke würde die Hälfte des Platzes verbrauchen. Also weglassen. Aber was? Nur über die Schubert-Werke zu schreiben... weiter




Konzertkritik

Anne-Sophie Mutter, reif für die Geigen-Insel

Von einem Glücksfall der Musikgeschichte zu sprechen wäre übertrieben. Aber dass sich die deutsche Geigerin Anne-Sophie Mutter und der polnische Komponist Witold Lutosławski in den 1980er Jahren über den Weg gelaufen sind, war gut für beide Seiten. 1986 hat die Geigerin Lutosławskis "Chain 2" uraufgeführt... weiter




Konzertkritik

Eine Schöpfung und ein Ende der falschen Götter

Der Soloflöte und der Celesta gehören die ersten Töne, keck greifen Fagott und Trompete die motorisch-angriffslustige Melodie auf, die nach einigem Hin und Her unvermutet in die wie parodistisch hereinplatzende Gassenhauer-Melodie aus Rossinis "Wilhelm Tell"-Ouvertüre mündet: die "Fünfzehnte" von Schostakowitsch... weiter




Salzburger Festspiele

Das Publikum macht sich seine Festspiele2

  • Das letzte Festspiel-Wochenende brachte Anne-Sophie Mutter, die Wiener Philharmoniker und eine konzertante Donizetti-Oper.

Nicht nur die Musik muss einem ein bisserl leid tun, schon auch ihre Interpretin. Seit vier Jahrzehnten hechelt Anne-Sophie Mutter jenem Ruhm nach, den ihr als Dreizehnjährige Herbert von Karajan eingebrockt hat. Dabei ist Anne-Sophie Mutter beileibe nicht jene Klassik-Pop-Hochglanz-Artistin, für die sie ihre Fangemeinde hält... weiter




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CHAMPIGNON, 1850, Sepia, Kohle, Fettstift, Gouache auf Papier, 47,4 x 60,8 cm, Maisons de Victor Hugo, Paris/Guernesey,

Edvard Munch beschäftigte sich in zahlreichen Werken mit dem Thema Melancholie, die er bevorzugt als einsame Person am Strand darstellte. Ein riesiges Medieninteresse begleitete den kurzen Auftritt des österreichischen Hollywood-Exports Christoph Waltz bei seinem Besuch der Viennale.

Viennale-Interimschef Franz Schwartz (links) mit dem Stargast der Eröffnung: Schauspieler John Carroll Lynch zeigte sein Regiedebüt "Lucky" als Eröffnungsfilm der Viennale. Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.


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