Konzertkritik

Unausgeschöpfte Tragik1

  • Mahlers Sechste Symphonie im Musikverein.

Es ist kaum einen Monat her, da konnte man Gustav Mahlers Sechste Symphonie mit den Wiener Philharmonikern unter Daniel Harding in einer stimmigen Gesamtdarbietung im Konzerthaus hören. Nun erklang sie wieder, im Musikverein spielte das Cleveland Orchestra unter Franz Welser-Möst, der gemeinhin den Ruf eines kreativen Programmmachers genießt... weiter





Oper

Klassik/Oper21

Die klassische Rollenverteilung ist dabei, immer mehr aufgeweicht zu werden. Nicht nur zwischen den Geschlechtern, sondern auch im klassischen Musikbetrieb. Szenische Produktionen in den Opernhäusern, konzertante Aufführungen in den Konzertsälen, so hieß der Programmschlüssel bisher. Halbszenische Zwischenformen tauchten mitunter auf beiden Podien... weiter




Konzertkritik

Heroischer Beethoven gleich viermal3

Gleich viermal spielten die Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Andris Nelsons Ludwig van Beethovens Siebte und Achte Symphonie im Musikverein. Die Achte stand wegen ihres intimen und heiteren Charakters zunächst im Schatten ihrer rauschhafteren Schwester. Doch von der lichten Grunddisposition war am Samstagnachmittag wenig zu spüren... weiter




Konzertkritik

Je schwerer, desto leichter fällt es Barbara Hannigan5

Gershwin, Nono, Ligeti sind Komponisten, die normalerweise auf dem Programm der Sopranistin Barbara Hannigan stehen. Insofern kann fast von Alter Musik gesprochen werden, wenn sie sich, wie am Dienstag, im Wiener Konzerthaus, Werken der klassischen Wiener Moderne aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert annimmt... weiter




Konzertkritik

Hohelied auf die Liebe

  • Das Tonkünstler-Orchester mit Messian im Musikverein.

Olivier Messiaens Turangalîla-Symphonie steht abseits der hierorts üblichen Moderne-Erzählung, die von Wagner über die Wiener Schule bis zum Serialismus führt. In seinem monumentalen Liebeshymnus bedient sich der Franzose wohl tradierter Klangeffekte - von einschmeichelnden Streichern, die Richard Strauss alle Ehre gemacht hätten... weiter




Konzertkritik

Flucht in die Musik2

  • Ein Abend für Walter Arlen im Wiener Konzerthaus.

1920 in Wien geboren, musste Walter Arlen als Jude 1939 in die USA emigrieren. "Die Tragödie hat mein ganzes Leben belastet", sagt er über diese Zeit, der viele seiner Familienangehörigen zum Opfer fielen. Zuflucht konnte der spätere Komponist und US-amerikanische Musikkritiker in der Tonkunst finden, besonders in jener von Franz Schubert... weiter




Jährliches Konzert "Fest der Freude" der Wiener Symphoniker am Wiener Heldenplatz. - © apa/Hochmuth

Stadtrechnungshofbericht

Ausgespielt?26

  • Die Wiener Symphoniker befinden sich laut Stadtrechnungshof in finanziellen Schwierigkeiten - der Verein verteidigt sich.

Wien. Ohne Unterstützung der Stadt wäre es sowieso nie gegangen. Die Wiener Symphoniker, international anerkanntes und bedeutendstes Orchester Wiens, stecken aber trotz der Förderungen seit Jahren in finanziellen Schwierigkeiten. Der Stadtrechnungshof hat diesbezüglich am Donnerstag einen aktuellen Bericht veröffentlicht... weiter




Konzertkritik

Spielfreude bei einem energischen Europa-Konzert1

Mit einem nicht nur sprichwörtlichen Paukenschlag begannen die Wiener Philharmoniker unter Zubin Mehta ihr Konzert am Samstagnachmittag im Musikverein. Obgleich Mehtas Interpretation von Brahms‘ "Tragischer Ouvertüre" dynamisch und artikulatorisch recht gleichförmig geriet, glänzte das Orchester mit kraftvollem Klang und hörbarer Spielfreude... weiter




Konzertkritik

Beschwingtheit, die Unruhe erzeugt3

  • Die Wiener Symphoniker unter Tomáš Netopil.

Am Wochenende wurde die Tür des Konzerthauses für Tomáš Netopil geöffnet, der hier sein Debüt als Dirigent geben durfte. Gleich zweimal dirigierte er dasselbe Programm, bestehend aus Dvořáks "Te Deum" sowie dessen Sechster. Erweitert wurde es am Sonntagabend um Brahms’ "Tragische Ouverture"... weiter




Konzertkritik

Voller Kraft und Stille12

  • Semyon Bychkov und Kirill Gerstein verzaubern.

Was soll man da noch sagen: als Zugabe Edward Elgars Thema zu den "Enigma"-Variationen mit schmachtenden Streichern und tief sowie ehrlich gemeinte Töne. Und dann? Stille. Ernste, lange Stille, gefühlte Minuten, erfüllte den großen Saal im Wiener Konzerthaus. Applaudieren traute sich niemand. Doch dann folgte frenetischer Applaus... weiter




Mit Lederhose, Bungee-Seil, Wurfzelt und Wiener Schmäh brachte einzig "Papageno" Daniel Schmutzhard Farbe und Lebendigkeit in die kargen Bilder. - © Herwig Prammer

Opernkritik

Mit Flöte, ohne Zauber14

  • René Jacobs dirigiert eine zahme "Zauberflöte", Torsten Fischer liefert die karg-banalen Bilder dazu.

Die Schlange, vor der Tamino im ersten Bild flüchtet, ist eine Horde lüsterner Frauen. Die Vögel, die Papageno für die sternflammende Königin fängt: gefügig gemachte Frauen. Und auch die wilden Tiere, die der Prinz mit der Zauberflöte zähmt, sind überraschenderweise: sich willig räkelnde Frauen. So schwarz-weiß wie die Kostüme und das Bühnenbild... weiter




Authentischere Aussichten: das Haydnhaus in Rohrau. - © Nafez Rerhuf

Haydn-Geburtshaus

Update für eine Künstlerkinderstube1

  • Das Geburtshaus von Joseph und Michael Haydn ist neu überarbeitet worden - und soll künftig auch als Konzertort stärker in Erscheinung treten.

Rohrau. Wäre Joseph Haydn in der Salzburger Innenstadt geboren worden - wer weiß, er hätte dort heute vielleicht eine so florierende Gedenkstätte wie der Genius loci Mozart. Hätte Joseph Haydn in Bonn das Licht der Welt erblickt - er würde die dortigen Touristen in Form eines Tagesordnungspunkts wie dem Beethoven-Haus beschäftigen... weiter




Bejubelt wie ein Popstar: Teodor Currentzis - © Konzerthaus/Julia Wesely

Konzertkritik

Klangritual vor Publikum13

  • Teodor Currentzis eröffnete mit Vokalmusik seinen Konzerthaus-Zyklus.

Den Klang tragen sie bereits leise singend in den komplett verdunkelten Großen Saal herein - die Lichterprozession, die schwarzen Gewänder und der geschlossene Kreis, in dem sich die Sänger formieren, erinnern dabei mehr an ein mystisches Klangritual als ein klassisches Konzert. Dass Publikum im Saal sitzt... weiter




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Die 75. Golden Globes wurden zur Bühne der Frauen mit einer Kampfansage an Sexismus, Missbrauch und Benachteiligungn. "Ich möchte, dass heute alle Mädchen wissen, dass ein neues Zeitalter am Horizont anbricht", sagte die US-Entertainerin Oprah Winfrey in ihrer Dankesrede nach Empfang des Ehrenpreises für ihr Lebenswerk - und rührte viele im Saal zu Tränen. "Zu lang wurden Frauen nicht angehört oder ihnen wurde nicht geglaubt, wenn sie den Mut hatten, gegen die Macht von Männern aufzubegehren." Deren Tage seien nun gezählt. Jetzt müssten alle dafür kämpfen, dass es in Zukunft niemanden mehr gibt, der als Opfer "Me too" sagen muss, mahnte Winfrey. Zur ganzen Rede Ein Gruppenfoto der PreisträgerInnen.

CHAMPIGNON, 1850, Sepia, Kohle, Fettstift, Gouache auf Papier, 47,4 x 60,8 cm, Maisons de Victor Hugo, Paris/Guernesey, Edvard Munch beschäftigte sich in zahlreichen Werken mit dem Thema Melancholie, die er bevorzugt als einsame Person am Strand darstellte.


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