Mariss Jansons begeisterte im Musikverein. - © apa/Neubauer

Musikkritik

So effektvoll wie elegant

  • Mariss Jansons dirigierte die Wiener Philharmoniker im Musikverein.

Antonín Dvořáks achte Symphonie (G-Dur) ist ein wahres Mosaik an Stimmungsbildern, die sich wie skizzenhaft aneinanderreihen. Zu Lebzeiten des Komponisten gingen die Meinungen über das Werk auseinander, teils wurde die Komposition wohlwollend aufgenommen, teils aber auch als "zu viel Fragmentarisches" beinhaltend abgelehnt... weiter





Konzertkritik

Makellose Schönheit14

  • Maurizio Pollini gastierte im Musikverein.

Ein Nocturne allein macht noch keinen Abend. Der Grundsatz sollte auch bei Maurizio Pollinis Musikvereins-Personale gelten. Auch wenn sie mit Chopins eröffnendem cis-Moll Nachtstück op. 27/1 bereits derart erhaben anhob, dass dem Wiener Publikum der Atem hörbar stockte. Was nachfolgte, sollte restlos überzeugen: Betört von der ewigen Melodie des... weiter




Konzertkritik

Boulez-Bezüge, ehrfurchtsvoll und ikonoklastisch

Im vorletzten Konzert der Boulez-Reihe präsentierte das Ensemble Phace mit "Le Marteau sans maître" eines der Hauptwerke des Tonsetzers. Doch begnügte sich das von Simeon Pironkoff geleitete Ensemble nicht mit einer Wiedergabe, sondern beauftragte acht Komponistinnen und Komponisten mit Miniaturen, die zwischen den neun Teilen des "Marteau"... weiter




Konzertkritik

Schwankende Vielfalt

  • Christian Thielemann dirigierte die Wiener Philharmoniker.

"Versunkene Welten tauchen hier schlaglichtartig auf, um (...) gefährlich verzerrt zu schwanken und wieder zu versinken", schrieb der zeitgenössische Komponist Jörg Widmann, mittlerweile einer der gefragtesten seines Faches, über sein Werk "Flûte en suite". Neben zwei Kompositionen von Johannes Brahms stand das Werk am Wochenende bei den... weiter




Wien Modern

Wien Modern will Bilderbogen zum Hören anbieten

Wien. Der Neuen Musik haftet imagetechnisch mitunter ein trüber Schwarz-Weiß-Filter an - doch damit ist jetzt Schluss. Die heurige Ausgabe von Wien Modern wird im November "mit großer Freude Farbe bekennen" und setzt auf "Kopfkino pur". Unter den 90 Veranstaltungen, die 32 Tage lang an 26 Spielorten in Wien stattfinden, sind anlässlich der 30... weiter




Begehrt: Drew Sarich als Barock-Star Vivaldi. - © Pálffy/Volksoper Wien

Opernkritik

Antonio und der Verschleißteufel11

  • Klischeelastig: die Uraufführung von Christian Kolonovits’ "Die fünfte Jahreszeit" an der Volksoper.

Vor der Karlskirche treffen sich vier Mädels, die sich den hier begraben liegenden Vivaldi zum Vorbild erkoren haben: "Vivaldi rockt, oh oh oh", singen sie, um von Anfang an klarzustellen, dass hier ein weiterer Komponist auf seine Eignung zum Teenie-Idol abgeklopft werden. Mit einer "BaRock-Oper" kehrt Christian Kolonovits an die Volksoper zurück... weiter




Nein, das ist kein Hitler-Gruß: Vulkanier bei ihrer rituellen Grals-Enthüllung. - © Jan BauerVideo

Opernkritik

Sternstunde des Stümpertums54

  • Sinnfrei, planlos und spannungsarm: Die Festwochen erreichten mit Jonathan Meeses "Parsifal" einen weiteren Tiefpunkt.

Würde jener Herr Klingsor, den man am Sonntag kennengelernt hat, sein Leben niederschreiben, das letzte Kapitel klänge womöglich so. "Liebes Tagesbuch! Wie ich gehört habe, will mir wieder jemand den heiligen Speer stehlen. Der Mann heißt Zed und hat 1974 den Helden in dem Science-Fiction-Film ‚Zardoz‘ gespielt... weiter




Konzertkritik

Grandios gemeistert1

  • Das RSO im Wiener Konzerthaus.

Vielschichtig und virtuos war das Programm angelegt, mit dem sich das Radio-Symphonieorchester Wien am Donnerstag im Konzerthaus präsentierte. Für Unstimmigkeiten sorgte lediglich ein penetranter Buhrufer, dem die Stück-Auswahl offenkundig missfiel. Der Fokus des Abends lag mit zwei Werken von Pierre Boulez... weiter




Konzertkritik

Noble Zurückhaltung4

  • Radu Lupu im Musikverein.

Radu Lupu kann auf eine lange Karriere zurückblicken. Sein Stil, geprägt von stoischer Gelassenheit, mag sich daraus ergeben und lässt sich bereits am Sessel mit Rückenlehne erkennen, der für den Pianisten bereitgestellt ist. Genau mit dieser Ruhe macht er sich ans Werk, zuerst an jenes von Haydn: Andante con Variazioni für Klavier (f-Moll)... weiter




Konzertkritik

Marathon für einen Pianisten mit Taktstock6

Mit drei orchestralen Klavierwerken hatte sich der österreichische Pianist Rudolf Buchbinder zusammen mit den Wiener Symphonikern einen wahren Marathon am Mittwochabend im Konzerthaus vorgenommen, bei dem leider manchmal die Luft ausging. Bereits in den ersten Takten von Mozarts d-Moll-Klavierkonzert KV 466 ergaben sich zum Teil erhebliche... weiter




Sichtet spröde Erscheinungen: Aimard. - © Neda Navaee

Konzertkritik

Zwischen Konstruktion und Intensität3

  • Pierre-Laurent Aimard und Tamara Stefanovich spielten Boulez’ Gesamtwerk für Klavier.

Pierre-Laurent Aimard ist kein Strahlemann. Zum dressierten Tastentiger à la Lang Lang verkörpert er den radikalen Gegenpol: Immer im Dienst der Sache, bringt der Pianist sein Publikum nicht durch Akrobatik, sondern durch solide Überzeugungsarbeit auf seine Seite - oder besser: auf die Seite der Musik... weiter




Konzertkritik

Wechselbad der Gefühle4

  • Das Orchestre de Paris begeisterte im Musikverein.

Die gesamte Palette menschlicher Gefühle scheint Gustav Mahler in seiner Zweiten Symphonie verpackt zu haben. Dirigent Daniel Harding gelang es, die volle Bandbreite des Werkes beim Konzert am Montagabend im Musikverein auszuschöpfen. Vom ersten Tremolo der Streicher an erzeugte das Orchestre de Paris mit fein ausbalancierter Dynamik und... weiter




Erstmals vor dem Schloss: das Sommernachtskonzert. - © apa/Punz

Sommernachtskonzert

Wo sich Feuervogel und Neptun Gute Nacht sagten4

  • Schönbrunn-Konzert der Philharmoniker: Die Akustik hat sich verbessert, die Sicherheitskontrollen sind noch ein wenig gewöhnungsbedürftig.

Wien. "Bitte hinter die gelbe Sicherheitslinie!" Wer am Donnerstag zum Sommernachtskonzert fuhr, der stand ab der U4-Station Schönbrunn unter Aufsicht. Megafone der Wiener Linien verlauteten Direktiven, eine Heerschar an Wegposten leitete die rund 90.000 Menschen weiter. Deren Marschroute hat sich heuer verändert: Die Wiener Philharmoniker schlugen... weiter




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CHAMPIGNON, 1850, Sepia, Kohle, Fettstift, Gouache auf Papier, 47,4 x 60,8 cm, Maisons de Victor Hugo, Paris/Guernesey,

Edvard Munch beschäftigte sich in zahlreichen Werken mit dem Thema Melancholie, die er bevorzugt als einsame Person am Strand darstellte. Ein riesiges Medieninteresse begleitete den kurzen Auftritt des österreichischen Hollywood-Exports Christoph Waltz bei seinem Besuch der Viennale.

Viennale-Interimschef Franz Schwartz (links) mit dem Stargast der Eröffnung: Schauspieler John Carroll Lynch zeigte sein Regiedebüt "Lucky" als Eröffnungsfilm der Viennale. Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.


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