Auf dem Kammermusikpodium der Salzburger Osterfestspiele werden die Berliner Philharmoniker in Zukunft ohne Zweifel fehlen: Die "Kontrapunkte", seit Abbado-Zeiten gestaltet von Ensembles aus den Reihen des Orchesters, laufen aus. Und damit eine Reihe, die die Berliner mit vorbildlichem Engagement geprägt haben.
Da war das erste Konzert der letzten "Kontrapunkte" keine Ausnahme: eine Matinee mit Raritäten und Werken, die einem im Konzertalltag kaum unterkommen: Manuel da Fallas "Psyché" etwa, eine gustiöse Komposition für Mezzo, Flöte, Harfe und Streichtrio. Eine Pretiose auch Ernest Chaussons "Chanson perpètuelle" für Gesang, Klavier und Streichquartett. Nach so viel Frauen-Schicksal waren die "Chants dAuvergne" von Joseph Canteloube, in denen der Mezzo von einem Bläserquintett und Harfe begleitet wird, Balsam: Folklorismen, irgendwo zwischen Französisch und Spanisch angesiedelt.
Nüchterner Mezzo
Für solche Musik hat Magdalena Koena einen manche Hörer möglicherweise ob der Nüchternheit verwundernden Ton - aber mit ihrem vibratolosen Ansatz verhindert sie, dass die Emotionen wuchern: Ein bewusster Seelen-Abstand tut auch gut.
Andere Mitglieder der Philharmoniker, etwa Flötist Emmanuel Pahud, haben sich am Donnerstag mit Pianist Emanuel Ax dann vorwiegend Debussy gewidmet. Die "Estampes" zu spielen liegt auf der Hand, wenn ein Konzertprogramm rund um "Carmen" und französische Musik zu arrangieren ist: Spanischer geht es nicht, das hatte jedenfalls de Falla seinem Pariser Komponistenkollegen einst bescheinigt.
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