• vom 11.04.2012, 15:49 Uhr

Konzert

Update: 11.04.2012, 16:28 Uhr
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Rolando Villazón im Wiener Konzerthaus

Ein Sympathieträger auf der Katzengoldbühne


Von Christoph Irrgeher

Kein Wort zur Stimmkrise. Jedenfalls im Programmheft. Stolze 8,60 Euro hat es gekostet und malt, zwischen viel Hochglanz-Werbung, auch ein strahlendes Bild vom Protagonisten: Rolando Villazón - bis heute ein Born vokaler Mirakel.

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Konzert
Rolando Villazón
Wiener Konzerthaus

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Den Termin im Wiener Konzerthaus mochte man indes eher wunderlich nennen. Katzengold umglänzt den Tenor: Das Noevo Mundo Chamber Orchester, lehrt das Programmheft, ist im lateinamerikanischen Repertoire firm. Gegeben wird aber Belcanteskes: Lieder von Bellini, Donizetti und Co., artig orchestriert vom Amerikaner Robert Sadin; den Taktstock wiederum schwingt der Russe Guerassim Voronkov. Ein globaler Söldnertrupp, der da im Dienste von Universal Music um Gunst und Geld treuer Villazón-Fans kämpft. Wobei das Ensemble dann leider etliche Intonationstrübungen liefert - und Benchmarks in Sachen Langeweile, wenn es zwischendurch mit Orchesternummern aufwartet.

Intermezzi mit Sinn freilich. Quälte sich der Krisensänger 2010 durch den "Dichterliebe"-Zyklus,darf er nun alle paar Runden an die Box. Und die Belcanto-Schmachtstücke schmeicheln ihm: Teils erstrahlt da einstiger Tenorschmelz, geschmeidig wie einst modelliert. Und wo dem Mexikaner eine Spitzennote gewogen ist, gerät sie zum volltönenden "Ich bin noch da!".

Allein: Eine Konstante ist Schönklang an diesem Abend nicht. Dunkelklumpig tönt’s oft aus der Tiefe, aus der Höhe teils rau. Und die Trefferquote schwankt hörbar - so die Stimme nicht unter dem Orchesterteppich landet. Freilich: Sein Clownstalent ist dem Sympathieträger, wie Slapstickeinlagen zuletzt lehren, nicht abhandengekommen - womit der Jubel doch noch auf Starpegel anschwillt.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-04-11 15:56:03
Letzte Änderung am 2012-04-11 16:28:50



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