• vom 16.04.2012, 16:49 Uhr

Konzert

Update: 16.04.2012, 18:29 Uhr
  • Artikel
  • Kommentare (2)
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Wiener Musikverein

Wenn der Teufel und die Liebe Walzer tanzen


Von Rainer Elstner

Die Wiener Philharmoniker musizieren nicht nur, sie sind auch in Gold gepresst. - APAweb /Techt

Die Wiener Philharmoniker musizieren nicht nur, sie sind auch in Gold gepresst. APAweb /Techt

Kann sich Publikum taktlos verhalten? Ja, es kann. Diese Annahme wurde beim samstägigen Abonnementkonzert der Wiener Philharmoniker im Großen Musikvereinssaal verifiziert.

Information

Konzert
Wiener Philharmoniker
Wiener Musikverein

Werbung

Der Reihe nach: Sir Antonio Pappano dirigierte Joseph Haydns Symphonie "Der Philosoph". Der Engländer sorgte für ein spannungsgeladenes Wechselspiel der Geigengruppen, der Finalsatz erfuhr dramatische Zuspitzung. Die nun folgenden neuen Klänge erläuterte Pappano mit einführenden Worten. Das Orchester hatte "Teufel Amor" von Jörg Widmann tags zuvor im Konzerthaus uraufgeführt, nun war es im Musikverein zu erleben. Ein Konflikt werde hier akustisch erzählt, so Pappano - bis zur Katastrophe. "Teufel Amor", inspiriert von einem Schiller’schen Gedichtfragment, erwies sich als großer Wurf: Zwei Sphären kämpfen bis zum ekstatischen Taumel. Melodiefragmente zitieren romantischen Gestus - ganz so, als würden die Musikvereinsgeister auferstehen und sich der Musiker bemächtigen.

Gekonnt ignoriert
Das Publikum der hinteren Ränge spendete begeistert Applaus, während man im Parterre schon kollektiv dem Pausenplausch zustrebte. Der sich zu Hinterköpfen verbeugende Komponist wurde, als gehörte dies zum guten Ton, gekonnt ignoriert.

Die "Vierte" von Johannes Brahms hub nach der Pause samtig-weich an. Pappano ließ volltönend musizieren, hielt die Zügel aber kurz, war am Fortspinnen der Gedanken interessiert, nicht am Suhlen im Klangbad. Celli und Kontrabässe agierten über weite Strecken spannungslos, Flöte und Horn hingegen berückten.




2 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-04-16 16:56:06
Letzte Änderung am 2012-04-16 18:29:02



Werbung



Beliebte Inhalte



Festgefroren in der "Nacht der Liebe": Peter Seiffert und Nina Stemme. - apa/Hans Klaus Techt Und dann der Schlussgesang. "Liebestod" nennt man heute, was Richard Wagner einst als "Isoldes Verklärung" bezeichnet hat...weiter

Ja, noch heute zählt die Workshop-Einlage zu den Fixelementen eines Bobby-McFerrin-Konzerts, und der Star macht - don’t worry, be happy! - zu wirklich jeder Talentprobe gute Miene. - APA/HERBERT NEUBAUER Da soll noch einer sagen, die hiesige Bevölkerung ginge ungern aus sich heraus. Mikrofonausgabe!, schon rauscht die Damenwelt in hellen Scharen zur...weiter

Wild und gefährlich war einmal. Heute ist Heavy Metal in der Mitte angekommen. - epa
  • Die laute Musik ist kein Randphänomen mehr, aber auch kein Mainstream.
  • weiter

Die Festivalbesucher hatten sichtlich Spaß, viele vergaßen auf's Wassertrinken: Die Rettungskräfte hatten in der prallen Sonne viel zu tun. - APAweb / Herbert P. Oczeret
  • Polizei schnappte "Zelt-Schlitzer"-Quintett.
  • weiter

Sympathische Sportfreunde Stiller mit Tagebuchlyrik ihres Gitarristen Peter Brugger. - epa
  • Festivalabschluss mit Sportfreunde Stiller und Kings of Leon.
  • weiter

  • Wolfgang Pollanz schreibt eine Autobiografie in Songs.
  • weiter

Wild und gefährlich war einmal. Heute ist Heavy Metal in der Mitte angekommen. - epa
  • Die laute Musik ist kein Randphänomen mehr, aber auch kein Mainstream.
  • weiter



"Nova Rock"-Bilanz

Ein ruhiges, buntes Festival mit 150.000 Besuchern

20130616_novarock - APAweb / Herbert P. Oczeret Nickelsdorf. Im burgenländischen Nickelsdorf zog Veranstalter Ewald Tatar eine erste Bilanz über das dreitägige Nova Rock Festival... weiter




Zwei Jahre nach ihrem Debüt veröffentlichen Beady Eye ein neues Album

Bemühter reimen

Liam Gallagher (2. v. l.) und Beady Eye liefern Nachschub in Sachen Britpop. - Nick Griffiths Wien. Man ist immer so gut, wie man sich fühlt. Liam Gallagher fühlt sich sehr gut. Das stimmt zwar nicht - aber er redet es sich zumindest so lange... weiter




Marianne Faithfull begann ihren Konzertreigen im Stadttheater Walfischgasse

Aus Freude an der Musik

Laissez-faire und Probenstimmung: Marianne Faithfull (hier bei einem Auftritt für das Jazzfest Wien) fesselte ihr Publikum in der Walfischgasse trotz einiger Misslichkeiten. - apa/Herbert P. Oczeret "Ich muss kein neues Album promoten - ich mache das nur, weil es mir gefällt". So erfrischend ungeschäftlich eröffnete Marianne Faithfull ihren... weiter




Schwere Unwetterschäden nach einem Murenabgang im Ortskern von Hallstatt aufgenommen am Mittwoch, 19. Juni 2013. Nach einem heftigen Unwetter ist der Mühlbach über die Ufer getreten wobei eine Mure den Ortskern von Hallstatt im oberösterreichischen Salzkammergut beschädigt hat.

Ein Fahrrad an einer Kreuzung mitten im 9. Bezirk war der etwas ungewöhnliche Rastplatz für ein Bienenvolk. Guten Tag, Lubango! Der Giraffen-Junge kam am Samstag, 15. Juni, zur Welt.

19.6.2013: Ein Turopolje-Schwein schwimmt in einem Teich im Tierpark in Schleswig-Holstein. Die robusten Schweine stammen ursprünglich aus den Flussniederungen der Save in Kroatien. Die Turopolje sind ausgezeichnete Schwimmer, die sich bei Überschwemmungen die Nahrung auch unter Wasser suchen und sogar nach Muscheln tauchen. Kunstraub der anderen Art: Von einer Hauswand  in London ausgemeißelt wurde im Februar das Banksy-Graffitikwerk "Slave Labour". Kurz darauf tauchte es bei einem Auktions-Haus in Miami in Florida wieder auf. Am 2. Juni wiederum wurde es trotz Proteste um 1,1 Millionen Dollar in London versteigert. Das Kulturbild der Woche geht nun für zwei Wochen auf Urlaub und ist am 24.Juni wieder zurück.

Werbung