Wie sich hohe Qualität auch abseits vom Mainstream unseres Musiklebens behaupten kann, das demonstrierte ein Abend mit der Wiener Kammerphilharmonie unter Claudius Traunfellner. Fast wäre das Ensemble dem Kahlschlag der öffentlichen Kulturpolitik zum Opfer gefallen: Das Ausbleiben der Subventionen hätte das Ende von 26 Jahren erfolgreicher Tätigkeit bedeuten können. Ein Schicksal, das in diesem Fall dank der Unterstützung durch einen hochkarätigen Förderverein abgewendet werden konnte.
Ein wahres Glück. Denn Traunfellner kann sich auf eine einsatzfreudige Schar hervorragender Musiker und vor allem Musikerinnen stützen. Ihre enorme (auch solistische) Kompetenz erwies sich speziell an den "Metamorphosen für 23 Solostreicher" von Richard Strauss, diesem ergreifenden Klagegesang auf das zerstörte München am Ende des Zweiten Weltkrieges. Da entfesselte Traunfellner mit beharrlicher Intensität die Fülle des immer wieder sich erneuernden, gewaltigen Klangstromes; exzellente Einzelleistungen stachen daraus noch hervor.
Berechtigter Jubel
Begonnen hatte der Abend mit einer ebenso stilsicher wie lebendig musizierten Haydn-Symphonie ("Merkur"). Und viel Freude bereitete auch die Solistin seines Cellokonzertes in D-Dur: Die 21-jährige Holländerin Harriet Krijgh, zurzeit noch Studentin in Wien, meisterte es mit technischer Fertigkeit, angenehm kantablem Ton und gekonnt eingesetzter Podiumspräsenz. Bemerkenswert auch ihre Sicherheit in höchsten Lagen. Berechtigter Jubel im Mozartsaal!
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