Arien von Mozart, Tschaikowsky, Donizetti und Verdi klingt nach einem Abend voller Kraut und Rüben. Mitnichten. Geben sich Sängerinnen vom Kaliber Krassimira Stoyanovas und Vesselina Kasarovas im Goldenen Saal ein Stelldichein, dürfen hochtrabende Titel wie "Viva Belcanto" strapaziert werden. So gelang ein engagiertes Agenturprojekt als informative Lehrstunde in Operngeschichte.
Wie es mit dem Schöngesang begann? Natürlich mit Mozart. Inspirierte nicht seine- vom Münchener Opernorchester unter Rossen Milanov beherzt exekutierte - Ouvertüre zu "Figaros Hochzeit" Generationen von Komponisten? Stoyanova ließ mit zügigen Tempi die "Dove sono"-Arie der Gräfin aufleben. Im "Come ti piace"-Duett aus der Clemenza begeisterte das Miteinander von Kasarovas beliebtem Sesto mit der Vitellia Stoyanovas und ließ über Ungereimtheiten im Ensemble hinweghören. Endlich stand mit echtem Belcanto Donizetti auf dem Programm. Szenen aus der Favoritin und Anna Bolena - die Sopranistin lebte als glücklose Königsgattin zu brillanten Höhepunkten auf.
Dann die logische Nachfolge. Tschaikowsky, der Übersetzer Mozartscher Traditionen, war mit Johanna von Orleans selten gehörter Abschiedsarie (Kasarova) und Lisas intensiver Briefszene aus "Pique Dame" vertreten. Nach dem unglaublichen Abendduett aus dem russischen Meisterwerk wurden andere Wege des Belcantos aufgezeigt. Auch Aida und Amneris bestätigten, dass Verdi ein Neuerer der Wurzeln war. Der Ausflug nahm mit Puccinis zugegebenem Blumenduett aus Madame Butterfly ein mehr als glückliches Ende.
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