Mit seinen 31 Jahren hat Gustav Dudamel, der Senkrechtstarter aus Venezuela, eine bemerkenswerte Karriere gemacht: Vom Simón Bolivar Orchestra seiner Heimat, dessen Leitung er mit 18 Jahren übernahm, hat ihn sein Weg ans Pult der Wiener und Berliner Philharmoniker geführt.
Mit den Berlinern gastierte er jetzt auch im Musikverein und errang einen durchschlagenden Erfolg. Zwar überzeugte Beethovens Fünfte zu Beginn noch nicht ganz: Da schwebte dem Dirigenten eine monumentale Interpretation aus dem Geist der romantischen Tradition vor, was im ersten Satz zuweilen auf Kosten der rhythmischen Prägnanz ging. Doch schon hier imponierten die Leuchtkraft des Andante con moto, der stürmische Elan des Finales.
Mit der Tondichtung "Also sprach Zarathustra" von Richard Strauss legte Dudamel dann alle klanglichen und instrumentaltechnischen Ressourcen dieses Prachtorchesters frei, angefangen vom intensiv brummenden Hummelgeschwader der Kontrabässe bis hinauf zum intensiven Strich der Geigen. Daneben begeisterten abermals die sonore Fülle der Bratschen und Celli, die kompakte Kraft der Holzbläsergruppe, der strahlende Glanz des Blechs.
Hinreißend, wie Dudamel das dichte Themengeflecht der Komposition transparent machte und zugleich in den Fluss des Ganzen einbettete.
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