Auch wenn im Musikverein der Altersdurchschnitt auf dem Podium meist geringer sein dürfte als derjenige im Publikum, so wurde Ersterer am Donnerstag von zwei Musikerpersönlichkeiten der jüngeren Generation noch zusätzlich gesenkt: Der 28-jährige David Afkham, erster Preisträger des Young Conductors Award der Salzburger Festspiele, traf in Bergs Violinkonzert auf die um zwei Jahre ältere Violinistin Arabella Steinbacher. Diese überzeugte mit sicherem, ausgeglichenem Ton und einer inneren Ruhe, die sie an keinem Punkt des Werkes verließ und auch der Zugabe (dem "Largo" aus Bachs C-Dur-Solosonate) hervorragend anstand.
Afkham, der zum ersten Mal am Pult der Wiener Symphoniker stand und dessen Musikvereinsdebüt gerade einen Monat zurückliegt, behielt zwar mit gemessenen Gesten die Zügel in der Hand, was das Ergebnis allerdings auch etwas zu gezügelt wirken ließ. Jenes gewisse Gefühl, dass die Musik im Moment aus Freiheit entstehe, wollte sich dabei nicht einstellen.
Trotz seiner kontrollierten Bewegungen machte sich in den anderen beiden Programmpunkten öfters mangelnde Koordination bemerkbar - etwa bei den exponierten Tutti-Schlägen am Beginn von Beethovens "Coriolan"-Ouvertüre oder im zweiten Satz von Schostakowitschs 10. Symphonie. Dennoch schaffte es Afkham in diesem mit persönlichen Anspielungen gespickten Werk nicht nur, das Orchester unbeschadet durch den halsbrecherischen Schlusssatz zu führen, sondern auch, es zu ausdrucksstarkem Musizieren zu animieren. Das Publikum dankte es ihm mit lang anhaltendem Applaus.
Die Band auf der Bühne darf getrost als Ausnahmeerscheinung bezeichnet werden. Zwar mochten The xx aus London mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum im...
weiter
Die Fans mit den strahlenden Augen in den ersten drei Reihen sind davon überzeugt, dass sich das Burgtheater heute schon zur Halbzeit leeren wird...
weiter
Konsequenz: Wenn ein einziges Wort gibt, das die US-Band Shellac beschreiben kann, dann dieses. Denn Shellac sind konsequente Musiker in Takt...
weiter