• vom 09.05.2012, 15:32 Uhr

Konzert

Update: 09.05.2012, 16:56 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Wiener Konzerthaus

Die Not als Tugend


Von Daniel Wagner

Manches Mal sind es gerade die kurzfristigen Einspringer, die den Erfolg eines Abends optimieren - so gehört beim achten Konzert des diesjährigen Symphoniker-Zyklus im Wiener Konzerthaus. Allerkürzestfristig eilte der israelische Dirigent Eliahu Inbal zur Hilfe und machte das Ensemble zu dem, wofür es berühmt ist: Bruckner-Interpreten mit viel Elan und Mozart-Kenner mit frischem Wind.

Werbung

Zugegebenermaßen sollte man bei fachgemäßer Behandlung des C-Dur-Klavierkonzerts KV 467 wenig falsch machen. Wobei gerade Simone Dinnersteins durchwegs angelsächsisch-romantischer Zugang zur Wiener Klassik einiges an Konfliktpotenzial bot. Gerade diese beiden Gegenpole machten den Dialog so interessant. Die bezaubernden, technisch versierten Monologe der Solistin, die bisweilen schon Spieldosenperfektion hatten, inspirierten die Wiener Symphoniker zu präzisen Antworten. Dank Inbals exakten Vorgaben lagen nirgends am Weg Stolpersteine. Ganz besonders: Richtig rockig gelang das finale Allegro vivace mit unglaublichen Synkopen.

Bruckners Fünfte war dementsprechend ernster, nein, sie gelang als richtiger Tempel der holden Kunst. Die Damen und Herren Symphoniker lebten sich im opulenten Wiener Klang aus (Bravo an die Bleche!). Hier die flirrenden Streicher zur Eröffnung, da der drängende Appell im Scherzo, zum Finale eine Apotheose auf Anton Bruckners Kontrapunktik - und über allem die Gewissheit, dass an diesem Abend eine der wirklich komplexen Partituren der Musikgeschichte denkbar verständlich präsentiert wurde.

Konzert
Wiener Symphoniker
Wiener Konzerthaus




Schlagwörter

Wiener Symphoniker, Klassik

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-05-09 15:38:02
Letzte Änderung am 2012-05-09 16:56:45



Werbung



Beliebte Inhalte



Schorsch Kamerun untersucht in Wien den öffentlichen Raum als Heimstätte von  Demos und Flashmobs. - © Wiener Zeitung / Christa Hager
  • Der deutsche Musiker und Regisseur über Kunst, Politik und Sponsoring, Klischees in der Rockmusik, Facebook und seine Theaterarbeit.
  • weiter

Das Duo Daft Punk findet sein Glück in der Disco-Ära: "Lose yourself to dance!" - David Black
  • Auf "Random Access Memories" regiert der Disco-Sound von seinerzeit.
  • weiter

Keine Stimmen aus Aserbaidschan, und schon wird es politisch beim ESC. - APAweb/EPA/Jessica Gow/SCANPIX
  • Russland empört über "geraubte" ESC-Stimmen aus Aserbaidschan
  • weiter

Jon Bon Jovi stand glücklich im Regen. - APAweb/Herbert Pfarrhofer
  • Pollen konnten dem Sänger diesmal nichts anhaben.
  • weiter

Am 22. Mai jährt sich der Geburtstag von Richard Wagner zum 200. Mal. Hier die Büste von Arno Breker in der Nähe des Festspielhauses in Bayreuth. - Foto: epa/Daniel Karmann
  • Auseinandersetzung mit Themen wie Individualismus, Außenseitertum und Aufarbeitung von Geschichte.
  • weiter

Nachdem sich mehrere Zuschauer, von den drastischen Bühnenvorgängen geschockt, sogar in ärztliche Behandlung begeben hatten, ersuchte Meyer den Regisseur, seine Inszenierung zu modifizieren. Kosminski lehnte ab. - Foto: APAweb/Deutsche Oper am Rhein
  • Bühnenvereins-Präsident Zehelein kritisiert scharf die Düsseldorfer Oper.
  • weiter

Am 22. Mai jährt sich der Geburtstag von Richard Wagner zum 200. Mal. Hier die Büste von Arno Breker in der Nähe des Festspielhauses in Bayreuth. - Foto: epa/Daniel Karmann
  • Auseinandersetzung mit Themen wie Individualismus, Außenseitertum und Aufarbeitung von Geschichte.
  • weiter

Das Duo Daft Punk findet sein Glück in der Disco-Ära: "Lose yourself to dance!" - David Black
  • Auf "Random Access Memories" regiert der Disco-Sound von seinerzeit.
  • weiter

Eine Szene aus der umstrittenen "Tannhäuser"-Inszenierung der Rheinoper (Markus Eiche, linkst, als Wolfram und  Elisabet Strid als Elisabeth). - APAweb / AP, Deutsche Oper am Rhein, Hans Jörg Michel
  • Oper wird nur mehr konzertant aufgeführt.
  • weiter

An den Namen Brosd Koal erinnert man sich noch über die FM4-Sendung "Im Sumpf". Nachdem mit Karl Schwamberger der Motor hinter dem Dialekt-Pop-Projekt...weiter




Neues Album: Die einstigen Roboter-Futuristen von Daft Punk entdecken das Gestern

Keine Zukunft mehr

Das Duo Daft Punk findet sein Glück in der Disco-Ära: "Lose yourself to dance!" - David Black Die Entwicklung hin zum retroseligen Funk der Disco-Ära ist doch etwas erstaunlich. Immerhin standen Thomas Bangalter und Guy-Manuel de Homem-Christo... weiter




The xx aus London brachten ihren intim-reduzierten Popentwurf erstmals nach Wien

Schwarz ist Trumpf

Intimität und wirtschaftliches Songwriting: The xx aus London begeisterten im Gasometer. - epa Die Band auf der Bühne darf getrost als Ausnahmeerscheinung bezeichnet werden. Zwar mochten The xx aus London mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum im... weiter




Die Pop- und Avant-Dings-Spezialisten The Residents live im Wiener Burgtheater

Konzeptkunst nach Dewey

Randy Rose und seine enigmatische US-Band The Residents (hier in Prag) bespielten das Wiener Burgtheater. - Vondrous/CTK/picturedesk Die Fans mit den strahlenden Augen in den ersten drei Reihen sind davon überzeugt, dass sich das Burgtheater heute schon zur Halbzeit leeren wird... weiter




Nach Sony (PlayStaion 4) und Nintendo (WiiU) hat nun auch Microsoft seine Vision der zukünftigen Spielkonsolenwelt vorgestellt. Kinect Group Program Manager Scott Evans demonstrierte bei der Präsentation der "Xbox One" gleich einmal den neuen Kinect-Sensor, der nun nicht mehr als Zubehör erhältlich sein wird, sondern fix im Lieferumfang enthalten sein wird.

Mailands "neubabylonischer" Hauptbahhnhof Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi"

Der Teil einer Installation des pakistanischen Künstlers von Imran Qureshi im Metropolitan Museum in New York. Die letzten Stufen werden noch eingekleidet, und dann kanns los gehen:

Werbung