• vom 10.05.2012, 15:54 Uhr

Konzert

Update: 10.05.2012, 16:42 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Konzert: Rudolf Buchbinder im Musikverein

Kosmos von umfassender Größe


Von Gerhard Kramer

Es war ein Abend, wie man ihn kaum vergessen wird: Im Musikverein brachte Rudolf Buchbinder Beethovens Diabelli-Variationen in einer schier unüberbietbaren Vollkommenheit zur Darstellung.

Information

Konzert

Rudolf Buchbinder (Klavier)
Wiener Musikverein

Werbung

Es ist ein Werk, das in seiner Komplexität und Fantasiefülle die letzten großen Klaviersonaten des Komponisten noch übertrifft. Denn auf engstem Raum entfalten sich alle die vielfältigen Tongestalten, die Beethoven dem banalen Walzer von Antonio Diabelli abgerungen hat: Die wuchtig-gewalttätigen, die grimmig-humorvollen, die kontrapunktisch kunstvollen, die innig versunkenen und die technisch brillanten Stücke formieren da einen Kosmos von umfassender Größe.

Das alles hat Rudolf Buchbinder mit intensiver geistiger Durchdringung, pianistischer Bravour und klarster Deutlichkeit aus dem Steinway gezaubert. Kleine, raffinierte Verzögerungen standen da neben stürmischem Drive, stählerne Kraft nebst zartest ziseliertem Lineament. Unmittelbar vorangestellt hatte Buchbinder die (einzelne) Variation, die Franz Schubert zu Diabellis Sammelwerk "Vaterländischer Kunstverein" beigesteuert hat. Mit ihrer schmerzlichen Melancholie, die vom Thema weit weg führt, kann sie neben Beethoven in Ehren bestehen.

Begonnen hatte der Abend im Goldenen Saal mit Schuberts Vier Impromptus D 935. Buchbinder hat sie, vielleicht schon im Hinblick auf den Höhepunkt des Abends, härter angefasst als erwartet. Als Resümee bleibt ungläubiges Staunen ob einer grandiosen Leistung.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-05-10 15:59:02
Letzte Änderung am 2012-05-10 16:42:20



Werbung



Beliebte Inhalte



Das Duo Daft Punk findet sein Glück in der Disco-Ära: "Lose yourself to dance!" - David Black
  • Auf "Random Access Memories" regiert der Disco-Sound von seinerzeit.
  • weiter

Keine Stimmen aus Aserbaidschan, und schon wird es politisch beim ESC. - APAweb/EPA/Jessica Gow/SCANPIX
  • Russland empört über "geraubte" ESC-Stimmen aus Aserbaidschan
  • weiter

Die Konkurrentinnen Adalgisa und Norma. - Salzburger Festspiele Am Ende wird der Horst der Freischärler, die Schule, von ihnen selbst abgefackelt. Die Matratzen und Schulmöbel werdend um Norma und Pollione...weiter

Rolando Villazón: gelungene Stimmakrobatik. - /Frank Leonhardt Die Welt der "großen Stimmen" bildet einen Sonderfall innerhalb des Klassik-Betriebes, der sich hier so sehr wie nirgends sonst dem Pop-Business...weiter

Nachdem sich mehrere Zuschauer, von den drastischen Bühnenvorgängen geschockt, sogar in ärztliche Behandlung begeben hatten, ersuchte Meyer den Regisseur, seine Inszenierung zu modifizieren. Kosminski lehnte ab. - Foto: APAweb/Deutsche Oper am Rhein
  • Bühnenvereins-Präsident Zehelein kritisiert scharf die Düsseldorfer Oper.
  • weiter

Nachdem sich mehrere Zuschauer, von den drastischen Bühnenvorgängen geschockt, sogar in ärztliche Behandlung begeben hatten, ersuchte Meyer den Regisseur, seine Inszenierung zu modifizieren. Kosminski lehnte ab. - Foto: APAweb/Deutsche Oper am Rhein
  • Bühnenvereins-Präsident Zehelein kritisiert scharf die Düsseldorfer Oper.
  • weiter

Am 22. Mai jährt sich der Geburtstag von Richard Wagner zum 200. Mal. Hier die Büste von Arno Breker in der Nähe des Festspielhauses in Bayreuth. - Foto: epa/Daniel Karmann
  • Auseinandersetzung mit Themen wie Individualismus, Außenseitertum und Aufarbeitung von Geschichte.
  • weiter

Eine Szene aus der umstrittenen "Tannhäuser"-Inszenierung der Rheinoper (Markus Eiche, linkst, als Wolfram und  Elisabet Strid als Elisabeth). - APAweb / AP, Deutsche Oper am Rhein, Hans Jörg Michel
  • Oper wird nur mehr konzertant aufgeführt.
  • weiter

An den Namen Brosd Koal erinnert man sich noch über die FM4-Sendung "Im Sumpf". Nachdem mit Karl Schwamberger der Motor hinter dem Dialekt-Pop-Projekt...weiter

Natalia Kelly will es in Malmö "shinen" lassen. - APAweb / EPA, Janerik Henriksson Malmö/Wien. Natalia Kelly, Österreichs Vertreterin beim Song Contest 2013 in Malmö, ist ein unbeschriebenes Blatt...weiter




Neues Album: Die einstigen Roboter-Futuristen von Daft Punk entdecken das Gestern

Keine Zukunft mehr

Das Duo Daft Punk findet sein Glück in der Disco-Ära: "Lose yourself to dance!" - David Black Die Entwicklung hin zum retroseligen Funk der Disco-Ära ist doch etwas erstaunlich. Immerhin standen Thomas Bangalter und Guy-Manuel de Homem-Christo... weiter




The xx aus London brachten ihren intim-reduzierten Popentwurf erstmals nach Wien

Schwarz ist Trumpf

Intimität und wirtschaftliches Songwriting: The xx aus London begeisterten im Gasometer. - epa Die Band auf der Bühne darf getrost als Ausnahmeerscheinung bezeichnet werden. Zwar mochten The xx aus London mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum im... weiter




Die Pop- und Avant-Dings-Spezialisten The Residents live im Wiener Burgtheater

Konzeptkunst nach Dewey

Randy Rose und seine enigmatische US-Band The Residents (hier in Prag) bespielten das Wiener Burgtheater. - Vondrous/CTK/picturedesk Die Fans mit den strahlenden Augen in den ersten drei Reihen sind davon überzeugt, dass sich das Burgtheater heute schon zur Halbzeit leeren wird... weiter




Mailands "neubabylonischer" Hauptbahhnhof

Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi" Der Teil einer Installation des pakistanischen Künstlers von Imran Qureshi im Metropolitan Museum in New York.

Die letzten Stufen werden noch eingekleidet, und dann kanns los gehen: 21. 5. 2013: Schwere Zeiten für Fans des glänzenden Metalls: Der Goldpreis erklimmt keine neuen Höhen mehr, das Interesse der Anleger ist merkbar gesunken.

Werbung