• vom 22.06.2012, 16:58 Uhr

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Die Sommernachtsgala in Grafenegg eröffnete die Festivalsaison

Trockenes Potpourri


Von Stephan Burianek

Joyce DiDonato stellte sich erstmals dem Grafenegger Publikum vor. - © ORF

Joyce DiDonato stellte sich erstmals dem Grafenegger Publikum vor. © ORF

Der Festivalsommer begann mit dem üblichen Nervenkitzel. Eine zum Greifen nahe Schlechtwetterfront hatte viele Besucher bei der Anfahrt nach Grafenegg daran zweifeln lassen, ob die Voraufführung der diesjährigen Sommernachtsgala unter freiem Himmel würde stattfinden können. Auch Barbara Rett, die wenig später in leuchtenden Farben auf der Freiluftbühne stand, schien dem Wettergott anfangs nicht sonderlich zu trauen. Um die Musik - und wohl auch ihre TV-Aufzeichnung - möglichst lange vor einer eventuellen Verlegung ins überdachte Auditorium zu bewahren, beschränkte sich ihre mitunter hektisch wirkende Moderation auf das Wesentliche. Es sollte letztlich ein wunderbarer Abend werden: Andrés Orozco-Estrada führte das Tonkünstler-Orchester eindrucksvoll tänzelnd durch ein genreübergreifendes Potpourri, das mit erfrischenden Wiederentdeckungen aufwartete. Ein künstlerischer Höhepunkt war zweifellos Fritz Kreislers "Tambourin chinois", dem der russische Geiger Vadim Repin eine gleichermaßen heitere wie melancholische Note verlieh.

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Michael Schades Bart
Mit beachtlicher Leichtigkeit und geschmeidig weicher Stimme stellte sich die Mezzosopranistin Joyce DiDonato erstmals dem Grafenegger Publikum vor. Sie entschied sich zu Beginn für zwei Arien aus Rossini-Opern: "Tanti affetti in tal momento" ("La Donna del lago") und - wie bereits bei der diesjährigen Grammy-Verleihung - für "Non piú mesta" ("La Cenerentola"). Charmant stellte sie bald darauf mit Leonard Bernsteins "I feel pretty" aus der "West Side Story" ihre Wandlungsfähigkeit unter Beweis.

Michael Schade, der das Solistentrio vervollständigte, zeigte eine Vorliebe für französische Werke und gab sich vor allem in der "Ballade von Kleinzack" ("Hoffmanns Erzählungen") spielfreudig. Sein einzigartiges Timbre überstrahlte dabei seine Diktion. Zu dem Zeitpunkt war die Angst vor dem Regenguss offensichtlich verschwunden, denn Barbara Rett übte sich mit Schade in Smalltalk über dessen Bart. Was folgte, stimmte versöhnlich, darunter ein mitreißender "Danse infernale" aus Strawinskis "Feuervogel" und romantische Musical-Songs aus der Feder von Richard Rodgers und George Gershwin.

Unmittelbar nach Edward Elgars "Pomp and Circumstance" kam dann doch etwas vom Himmel. Es war Asche, die das finale Feuerwerk auf das Publikum regnen ließ. Die Festspielsaison ist eröffnet.

Konzert

Sommernachtsgala

Grafenegg, Tonkünstler,

Dirigent: Andrés Orozco-Estrada




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Dokument erstellt am 2012-06-22 17:05:11



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