Freie Plätze im Großen Saal des Mozarteums, bei einem Liederabend mit Magdalena Koená? Wahrscheinlich gibts zurzeit einfach des Guten zu viel bei den Salzburger Festspielen. Obendrein: Es war kein herkömmlicher Liederabend, denn auch die Orgel war ein Thema. Und die verschreckt offenbar mehr Leute, als eine prominente Sängerin anzulocken vermag. Auch wenn ein Meister seines Fachs, der famose Christian Schmitt, Finger und Beine über die Tasten wirbeln lässt.
Im Wortsinn tat er das in Petr Ebens "Die Hochzeit zu Kana", einem mitreißenden neoklassizistisch angehauchten Stück, das uns die biblische Hochzeitsgesellschaft tanzend vor Ohren führt. Eine andere Spielart von "Konzertsaal-Frömmigkeit": Olivier Messiaens "Les mains de labime". Schmitt ist vertraut mit den Klängen der französischen Orgel-Symphonik und fand Farben, die das Staunen lehrten. Auch in Liszts Huldigung des Orgelgottes, Präludium und Fuge über B-A-C-H.
Spannend: Eine Sängerin vom Format der Koená widmet sich Bachs intimster geistlicher Hausmusik, Liedern aus dem Schemelli-Gesangbuch. Es war instruktiv zu hören, wie genau Magdalena Koená tariert zwischen dieser gebotenen Schlichtheit und Gesängen, in denen Bach der Singstimme ariose Möglichkeiten öffnet.
Das gilt noch viel mehr für Antonín Dvoøáks "Biblische Lieder". Auch das ist im Prinzip private Musik. Passt gar nicht schlecht neben die Schemelli-Lieder, die ja auch ihrem Gehalt nach weit mehr Raum füllen als den Herrgottswinkel daheim.
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