Bär, Henne, Paukenschlag - durch welch geschickte Beinamen findige Verleger Haydns populäre Symphonien noch populärer machten, auf dass sie bis heute die Kreativität beflügelten.
Genauso wie die Eloquenz Nikolaus Harnoncourts. Mit launigen Einführungsworten eröffnete der Grandseigneur der heimischen Originalklangszene den Musikvereinszyklus seines Concentus. Und mit lauter Werken von Joseph Haydn. Sage noch einer, dass Musik der Klassik nicht jung hält, geschweige denn vor manchem Schabernack schützt.
Rasante Tempovorstellung
Peng! Mit lautem Krach holte Maestro Harnoncourt das erheiterte Publikum aus aller Plauderei zurück in die Welt der Haydn-Hits. Freilich ließe sich darüber diskutieren, ob die berühmte "Surprise" im Andante der G-Dur-Symphonie Hob. I:94, jener populäre Fortissimo-Schlag, tatsächlich als Tinnitus fördernder Knall inklusive neujahrskonzertanten Konfettiregens exekutiert werden muss.
Dem Maestro gefiel es. Den Gästen auch, Zwischenapplaus. In rasantem Tempo fegte der Concentus Musicus Wien weiter durch die berühmteste aller Londoner Symphonien, bisweilen stolperten die beherzten Musiker über die allzu rasanten Tempovorstellungen des Dirigenten.
Ebenso humorvoll, dank scharfer Dynamik recht ruppig, wurde "LOurs", der "Bär" Hob. I:82. Die weitere Pariser Symphonie des Abends, Hob. I:83, in "misanthropischer g-Moll" (O-Ton Harnoncourt) gelang als interpretatorisches Landschaftsbild: Wie lautmalerisch gackerten und kratzten hier die Streicherhühner durch den Musikvereinssaal. Applaus!
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