• vom 12.08.2013, 14:44 Uhr

Musik

Update: 13.08.2013, 11:52 Uhr

Salzburger Festspiele

Wagner in französischer Verkleidung




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  • Oper konzertant: Rienzi

(jubel) Die gute Nachricht: Es gibt ihn, den weiblichen Orchesternachwuchs. Auch im Spitzenfeld. Nur bis zu so manchem Spitzenorchester dringt das nur langsam durch. Das Gustav Mahler Jugendorchester trat in der Felsenreitschule jedenfalls in der umgekehrten Geschlechterverteilung auf wie die Wiener Philharmoniker. Und auch wenn das jährlich neu gecastete Orchester schon bessere Jahrgänge vorzuweisen hatte, bewies es bei den Salzburger Festspielen Geschlossenheit und Spielfreude, trumpfte mit breiten Klangflächen auf und mit markanten Effekten. Auf diese Stärken setzte auch Dirigent Philippe Jordan, der bei der konzertanten Aufführung von Wagners früher tragischer Oper "Rienzi" vor allem Übersicht bewies.

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Materialschlacht mit Getöse
Der Aufstieg und Fall des Tribunen Rienzi, der Rom von der Herrschaft des Adels zu befreien sucht, verhalf Wagner zu durchschlagendem Erfolg. Wagners Ansinnen, die große französische Oper mit diesem Werk "mit rückhaltloser Verschwendung" zu überbieten, nahmen sich auch die Interpreten inklusive des kraftvollen Staatsopernchors zu Herzen. Die Solisten agierten mit unterschiedlichem Erfolg: Christopher Ventris in der Titelpartie bestach weniger durch Glanz als mit Durchhaltevermögen als respektabler heldischer Spieltenor. Emily Magee gestaltete die Partie seiner treuen Schwester vor allem schrill. Die eindrucksvollste und differenzierteste Stimme des Abends: Mezzo Sophie Koch als Adelssohn Adriano, der die Schwester des Tribunen liebt und somit die menschliche Tragödie der Machtkämpfe ins Spiel bringt. Fazit: vier Stunden Materialschlacht mit 250 Mitwirkenden mit viel Kriegs- und Triumphgetöse. Zuletzt auch vom Publikum.

Oper konzertant
Rienzi
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Copyright © Wiener Zeitung Online 2014
Dokument erstellt am 2013-08-12 14:47:03
Letzte Änderung am 2013-08-13 11:52:58


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