(apa/ja) Jon Lord, Gründungsmitglied der Hardrock-Band Deep Purple ist am Montag im Alter von 71 Jahren in London gestorben. Der Keyboarder erlag "nach einem langen Kampf mit Bauchspeicheldrüsenkrebs" einer Lungenembolie.
Der am 9. Juni 1941 in Leiceste geborene Jon Lord wurde in einer Zeit berühmt, als man die Menschen an den Tasten noch Orgler nannte. Er war freilich schon damals ein Organist, obwohl er zum Unterschied von seinem Kollegen Rick Wakeman (Yes) nach dem grundlegenden Klavierunterricht als Kind autodidaktisch weitermachte und so ziemlich alles aufnahm, was damals in Londons Musiklokalen zu hören war: Blues, Jazz, Rock, Soul...
Anfang der 60er Jahre spielte er bereits selbst in Jazz-Kneipen. Seine erste Band, in der er regelmäßig spielte, war die vom Saxophon dominierte Bill Ashton Combo. Die Tasten seiner ersten elektrische Orgel drückte er bei einer obskuren Band namens Red Blood and his Bluesicians.
Erfolg mit Deep Purple
Als Hammond-Organist trug Lord maßgeblich zum Erfolg von Deep Purple in den späten 60er und frühen 70er Jahren bei. Titel wie "Smoke on the Water" oder "Highway Star" gelten bis heute als stilprägend für den Mainstream-Rock. Interessant sind vor allem die Frage-Antwort-Passagen, die Lord bei Konzerten mit dem Gitarristen Ritchie Blackmore improvisierte. Nach der Auflösung von Deep Purple führte Lord das Konzept mit Whitesnake fort, ehe er sich 1984 an der Neugründung von Deep Purple beteiligte.
2002 verließ Jon Lord die Band endgültig und widmete sich seinen Soloprojekten. Daneben hatte er genügend Zeit für kreative Ausflüge wie etwa sein Auftritt mit den australischen The Hoochie Coochie Men (2003). 2005 brachte er eine CD mit stilübergreifenden Kompositionen heraus, in der Folge publizierte er Orchesterstücke, die in England und Australien uraufgeführt wurden.
Seine letzten Auftritte absolvierte er 2011 mit dem Jon Lord Blues Project.
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