Im Video zu "Sexy Chick" kommt David Guetta zu einer Pool-Party. Die Bikini-Babes schmachten ihn an und die schneidigen Sixpackträger klatschen ihn ab. Dabei wirkt der Star-DJ irgendwie total überrascht, dass ihn die ganze coole Meute so super findet, obwohl er wie ein BWL-Student auf Ibiza-Urlaub ausschaut.
Nicht wenigen geht es mit dem ganzen Phänomen David Guetta so ähnlich: Was genau macht den DJ und Musikproduzenten beziehungsweise seine Endprodukte so attraktiv für die Massen? Und Massen ist kein unbedacht gewähltes Wort: Bei einer Silvesterfeier im vergangenen Jahr hat er in Rio zwei Millionen Menschen zum Tanzen gebracht. Am Samstag wird er in Wien auf der Trabrennbahn Krieau immerhin vor 40.000 spielen. Wobei spielen etwas hoch gegriffen ist: David Guetta betätigt hauptsächlich Knöpfe. Aber offensichtlich die richtigen. Man kann jedenfalls nicht sagen, dass sich der Franzose seine so schwer nachvollziehbare Kometenkarriere nicht hart erarbeitet hat. Bevor er zum Superstar wurde, diente er seine zwei Jahrzehnte in den Nobeldiscos dieser Welt ab. Vor allem dem Pacha in Ibiza bleibt er immer noch treu, auch wenn er mittlerweile mit den größten Bringern des Popgeschäfts zusammenarbeitet.
Bösartig eingängig
Begonnen hat das mit zwei Kooperationen: 2009 baten ihn sowohl Kelly Rowland und die Black Eyed Peas um Beistand am Mischpult. Dabei entstanden die Hits "When Love Takes Over" und "I Gotta Feeling". Nahezu bösartig eingängig, mit Beats, die vom Praterautrodrom bis zur "Germanys Next Topmodel"-Signation nichts verschonten. Seither ist jede seiner Hitfabrikationen ein Selbstläufer. Wer Guettas Musik nicht kennt, ist schon sehr lange nicht mehr aus dem Haus gekommen. Das "Billboard Magazin" schrieb, er hat den Klang der Charts verändert. Getan hat er das mit einer simplen Fusion von europäischer Disco und amerikanischem RnB, mit Vorliebe für verfremdete Stimmen. Er selbst sagt, auch simpel: "Es ist ein großartiges Gefühl: Alles durcheinander zu mischen und zu schauen, was dann passiert." Es passierte: viel Geld. Mittlerweile verdient Guetta für seine Auftritte sechsstellige Gagen. Und er schafft dank Privatjet schon einmal Auftritte in drei verschiedenen europäischen Städten pro Nacht.
Seine Königsdisziplin sind megalomane Open-Air-Konzerte, bei denen die üppigen Sound- und Lichteffekte schon manch Fräulein in die Ohnmacht getrieben haben. Ja genau, wofür es früher einen Elvis Presley gebraucht hat, das macht jetzt ein richtig eingesetzter Laser mit minutiös platziertem Umpf-Umpf. Wie gesagt, auf die richtigen Knöpfe kommt es an.
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