
Ganz so weit wie der von ihr verehrte Roger Federer wird sie es vielleicht nicht (mehr) bringen, aber auch sie ist mittlerweile zu einem internationalen Aushängeschild der Schweiz geworden: die Sängerin und Musikerin Sophie Hunger.
In den engen Grenzen ihres Heimatlandes (wobei sie auch in Deutschland und England aufgewachsen ist) auf Anhieb weltberühmt, mehrte sich ihr Ruhm - spätestens nach den ersten beiden Studioalben, "Monday Ghost" (2008) und "1983" (2010) - auch rasch in den umliegenden Ländern, nicht zuletzt dank vieler einnehmender Live-Auftritte.
Mittlerweile ist der Künstlerin, die auch mit klugen Kommentaren und Kolumnen (u.a. in der "Zeit") auffällig wurde und über die der britische "Guardian" schrieb, sie sei "Laura Marling, Beth Orton and Björk in one folk-rocking package", der Sprung über den Ozean gelungen. 2011 tourte sie u.a. zusammen mit Madeleine Peyroux und der Wüstenband Tinariwen erfolgreich durch Nordamerika - und derzeit ist sie in Kanada unterwegs.
Ihr in diesen Tagen erschienenes drittes Album, "The Danger Of Light", ist ebenfalls Ergebnis einer internationalen Kollabora- tion. So haben daran Musiker u.a. von den Red Hot Chilli Peppers (Gitarrist Josh Klinghoffer), von Bright Eyes und Daniel Lanois mitgewirkt. Und produziert wurde die Platte, die in Europa und Amerika entstand, von Adam Samuels (Warpaint, John Frusciante). Am akustischen Gesamtbild hat sich deswegen aber - im Vergleich zu den beiden Vorgängeralben - nicht viel verändert. Überwiegend englisch gesungene - zwischen Folk, Pop, Rock und Chanson changierende - Songs standen schon bisher im Zen-trum. So auch hier.
Sprachliche Ausreißer sind einmal mehr eine in knarzigem Schwyzerdütsch ("ZLied vor Freiheitsstatue") und eine in Deutsch vorgetragene Ballade, die globale Veränderungen lyrisch auf den Punkt bringt: "Dreißig ist das neue zwanzig/ der mann ist die neue frau/ freiheit ist das neue gefängnis/ und reich ist das neue schlau/ islam ist die neue katholische kirche/ und deutschland die neue türkei/ die schweiz schon bald um sieben gebirge/ und jetzt ist das neue vorbei."
Die hörbarste Verbindung zum Inneralpinen liefern auf diesem guten, aber ein wenig höhepunktlosen Album Schweizer Bläser, die ordentlich - und ziemlich funky - Wind machen. Live kommt das noch viel wirkungsmächtiger zur Geltung, wozu auch bei uns bald wieder Gelegenheit besteht.
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