• vom 12.03.2016, 17:00 Uhr

Pop/Rock/Jazz


Pop-CD

Für alle Gefühlslagen




  • Artikel
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Heimo Mürzl

  • Nada Surf und ihr optmistischer Sehnsuchtspop im siebenten Aufguss.



Die Musik von Nada Surf erfüllte stets, was die Theorie von stimmiger Popmusik verlangt: Die Songs bieten in ihrer Verknüpfung von Einfühlsamkeit und unaufdringlicher, aber berührender Poesie mit einem Gefühl für Melodien, die ihre Nähe zum West-
coast-Sound ebenso wenig leugnen können wie ihre Affinität zum britischen Sixties-Pop, eine ideale Projektionsfläche für alle Gefühlslagen.

Information

Nada Surf

You Know Who You Are

(City Slang/Universal)

Live am 20. April im Wiener WUK.

Der 1992 gegründeten Band aus New York gelingt es immer wieder, Einsamkeit, Trennungsschmerz und Sehnsucht so eindringlich in Wort und Melodie zu fassen, dass man sich als Hörer fühlt, als wäre man davon unmittelbar betroffen. Daran hat sich auch auf "You Know Who You Are" nichts geändert - der Nada-Surf-Effekt ist erhalten geblieben.

Die einzige Veränderung betrifft die Besetzung: Doug Gillard von Guided By Voices hat als Gitarrist angeheuert und aus dem Trio ein Quartett gemacht. Bitter oder gar böse können und wollen Nada Surf weiterhin nicht sein. Ihr vertrautes Terrain bleibt der melancholische, im Grunde aber optimistische Sehnsuchtspop. Der ist einfach im Aufbau und betörend in seiner Emotionalität.

Auch wenn die Grundstimmung getragen ist und das Faible für Melancholie hörbar das Markenzeichen der Band bleibt, bei Nada Surf geht noch in den dunkelsten Momenten die Sonne auf. Ob als Powerpop-Hymne mit Bläser-Arrangement ("Out Of The Dark"), dezent-wehmütig mit Weichzeichner ("Believe You’re Mine"), euphorisch ("Cold To See Clear") oder einschmeichelnd-gedrückt ("Rushing") - dieser unverwechselbare Sound weist keine Abnutzungserscheinungen auf.

Das mittlerweile siebente Album der Band geriet so zu einer höchst eingängigen und atmosphärisch abwechslungsreichen Songsammlung, die zwar dem Wohlklang huldigt, dabei allerdings keinem biederen Gute-Laune-Kalkül folgt - und eine sanftmütig-empfindsame Weltsicht präsentiert, die ab und zu auch zum Tanzen einlädt.





Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-03-10 17:11:05
Letzte nderung am 2016-03-10 17:28:48




Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Vom Wunsch, Winnetou zu sein
  2. Lorbeeren für Karl Ove Knausgard
  3. Ein Stone swingt
  4. Munch malte in "Schrei" Perlmuttwolken
  5. Futuristische Konzerthalle in Paris eröffnet
Meistkommentiert
  1. Machen wir uns eine Sprache!
  2. Bezahlmodelle unter Druck
  3. Quote mit Flüchtlingen
  4. Von Schönheit geblendet
  5. Freiheit als roter Faden


Quiz


Regisseur Wolfgang Murnberger (l.) mit Josef Hader ("Wilde Maus") und Schauspieler-Kollegin Pia Hierzegger.

Mary Wollstonecraft (1759 - 1797) gilt als die erste Feministin Englands. Das bekannteste Werk der Schriftstellerin, Übersetzerin und Philosophin, "A vindication of the rights of woman" ("Verteidigung der Rechte der Frau") tritt für eine Gleichberechtigung von Mann und Frau ein. Barry Jenkins Film "Moonlight" gewann den Oscar für den besten Film. Zuvor wurde irrtümlich "La La Land" gekürt.

Hugh Jackman winkt am Roten Teppich. Jean-Honoré Fragonard, Das Mädchen mit dem Murmeltier, 1780er Jahre.


Werbung