• vom 19.03.2017, 16:00 Uhr

Pop/Rock/Jazz


Spoon

Kontrollierte Ekstase




  • Artikel
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Heimo Mürzl

  • Die US-Band Spoon erlebt einen neuen Kreativitätsschub.

Spätestens seit ihrem Meisterwerk "They Want My Soul" von 2014 sollte sich eine Diskussion über die grundsätzlichen Qualitäten von Spoon erübrigt haben. Die Band aus Austin, Texas formierte sich 1993 und bewegt sich seither überaus geschickt im Graubereich von Mainstream und Independent Music.

Jedes ihrer Alben gleicht einem ebenso beherzten wie souveränen Parforceritt durch die Pop- und Rockgeschichte. Mit einem untrüglichen Gespür für süchtig machende Melodien und mitreißende Rhythmen verstanden sie es stets, aus unterschiedlichen Einflüssen ein stimmiges Ganzes zu destillieren.

Information

Spoon
Hot Thoughts
(Matador Records)

Spoon machen Musik von beispiellos dichter Atmosphäre, ihr kunterbunter Stilmix evoziert einen lebhaften Sound zwischen Experimentierfreude und Konvention. Funk trifft auf Indie-Rock, Discoklänge auf Westcoast-Sound, Garagenrock auf Soul, hochenergetische Beats auf entspannte Vibes. Das ergibt spannende Fusionen von großer Originalität und mit infektiöser Sogwirkung. Auch auf ihrem neunten Studioalbum, "Hot Thoughts", passt die Rezeptur wieder: Spoon-Mastermind Britt Daniel und seine Mitstreiter finden die richtige Balance zwischen Tanzboden und Kunstanspruch, großem Erfindungsreichtum und kontrollierter Ekstase.

Es hat sich aber auch etwas verändert. Nach dem Weggang des langjährigen Bandmitglieds Eric Harvey verzichten Spoon erstmals auf den Einsatz von Akustikgitarren - was aber nicht weiter störend wirkt, da sich die Band ihrer Crossover-Qualitäten besinnt und diese mit kokettem Charme ausspielt.

Aufgenommen wurde das Album im Studio von Dave Fridmann, der sich als Produzent von Flaming-Lips- und Mercury-Rev-Alben einen Namen gemacht hat. Die zugleich stimmungsvolle wie kraftvolle Kombination von krachendem Schlagzeug mit flirrenden Keyboardschleifen, zupackenden Funk- und melodiösen Popklängen zeitigt eine Kollektion von hinreißenden Songs, die vom basslastig-groovenden Titelsong über das schmissig Disco und Funk vermählende "Shotgun" bis zum bittersüßen Swing von "Tear It Down" reicht.





Schlagwörter

Spoon, Hot Thoughts, Pop-CD, Extra

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-03-17 12:54:06
Letzte ńnderung am 2017-03-17 13:23:09




Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. ORF wünscht sich ein Dutzend Gesetzesänderungen
  2. kurz gesagt: so gehts
  3. Mit Flöte, ohne Zauber
  4. Vom Nutzen und Nachteil der Arbeit
  5. Herzhaft gemeuchelt
Meistkommentiert
  1. Der Piefke
  2. Als Morak und Metropol noch wild waren
  3. Eine schwierige Kiste
  4. Streit um Affen-Selfie beendet
  5. Fatale Realitätsverweigerung


Quiz


Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.

Während einer Protestveranstaltung gegen Polizeigewalt vor dem Police Department von Baton Rouge, Louisiana, USA, am 9. Juli 2016, stellt sich die Aktivistin Ieshia Evans den vorrückenden Polizisten entgegen und streckt ihre Hände aus, bereit, sich verhaften zu lassen. Georgeund Amal Clooney gehörte die Aufmerksamkeit am Wochenende. Die gemeinsamenZwillinge blieben jedoch daheim bei der Nanny.

Matt Damon mit seiner Frau Luciana Barroso. "Downsizing", in dem Damon die Hauptrolle spielt, hat die 74. Festspiele von Venedig eröffnet. Der US-amerikanische Rapper Kendrick Lamar wurde sechsfach ausgezeichnet. Der wichtigste Preis: Sein Hit  "Humble" wurde zum Video des Jahres gewählt.


Werbung


Werbung